1930 kauften die Schriftstellerin Vita Sackville-West und ihr Ehemann Harold Nicolson die Ruine von Schloss Sissinghurst in Kent. Über die Anlage ihres legendären Gartens, den heute jährlich 160.000 Menschen besuchen, schrieben die beiden in Briefen und Tagebüchern, in Kolumnen und Rundfunkbeiträgen. Julia Bachstein hat daraus ein Portrait zusammengestellt, das gleichermaßen zum Portrait einer Ehe wird.
Vita Sackville-West (1892-1962) schrieb mit elf Jahren ihre erste Ballade. 1913 heiratete sie den Diplomaten Harold Nicholson, mit dem sie eine Zeit lang in Persien lebte. Zurück in England, kaufte das Paar Schloss Sissinghurst, dessen von beiden neu gestalteter Garten heute als einer der schönsten Englands gilt. Dass sowohl Vita als auch Harold offen gleichgeschlechtliche Beziehungen hatten, bedrohte ihre Ehe nicht. Mit Virginia Woolf verband Vita Sackville-West eine tiefe Freundschaft, zeitweise auch ein sexuelles Verhältnis. Vita Sackville-West schrieb mehr als fünfzig Romane und Biografien, von denen viele, obwohl sie tabuisierte Themen aufgriffen, zu Publikumserfolgen wurden.
Susanne Lange, geboren 1964 in Berlin, lebt in Barcelona und Berlin. Für ihre Übersetzungen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen wie den Johann-Heinrich-Voß-Preis und war August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der Freien Universität Berlin. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören u. a. Fernando del Paso, Federico García Lorca, Carmen Laforet, Juan Rulfo, Javier Marías und Miguel de Cervantes. Sie ist Mitherausgeberin einer vierbändigen Anthologie spanischer und hispanoamerikanischer Lyrik.
Julia Bachstein wurde in Montevideo geboren und lebt in Frankfurt am Main.
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