Den Himmel zum Sprechen bringen - Über Theopoesie
| Verlag | Suhrkamp |
| Auflage | 12.10.2020 |
| Seiten | 352 |
| Format | 14,8 x 3,3 x 21,9 cm |
| Gewicht | 512 g |
| ISBN-10 | 3518429337 |
| ISBN-13 | 9783518429334 |
| Bestell-Nr | 51842933A |
Umwege sind die direktesten Wege zum Zentrum. Das neue Werk von Peter Sloterdijk ist ein Beleg für diese These: Außerhalb der Aktualität angesiedelt, handelt Theopoesie, auf den ersten Blick betrachtet, von den in der Bibliothek der Menschheit gespeicherten Versuchen, Gott oder die Götter zum Sprechen zu bringen: entweder reden sie unmittelbar selbst oder sie werden von den Dichtern mittelbar in ihrem Tun und Denken wiedergegeben. Damit ist für Sloterdijk die Einsicht unausweichlich: Religionen berufen sich in ihren theopoetischen Gründungsdokumenten auf mehr oder weniger elaborierte literarische Verfahren, auch wenn die begleitende Dogmatik dazu dient, diese Tatsache vergessen zu machen. Religionen sind 'literarische Produkte, mit deren Hilfe die Autoren um Klienten auf dem engen Markt der Aufmerksamkeit von Gebildeten konkurrieren'.
Ein Studium der poetischen Stilmittel, deren sich die Religionen in ihren Narrativen bedienen, erfordert eine Neubewertung der Religionen, die die Karl Marx'schen Thesen hinter sich lässt. Elemente einer Kritik literarischer Darstellungsformen als Kritik dogmatischer wie theologischer Dokumente im Durchgang durch die Geschichte trägt Sloterdijk also mit seiner stupenden Belesenheit zusammen - und gelangt so in den Glutkern der Gegenwart, in der Narrative oder Fakten und alternative Fakten einander bekämpfen.
Inhalt:
Deus ex machina, Deus ex cathedra
Götter auf dem Theater
Platons Einspruch
Von der wahren Religion
Gott darstellen, Gott sein: Eine ägyptische Lösung
Vom besten aller möglichen Himmelsbewohner
Poesien der Kraft
In Plausibilitäten wohnen
Die theopoetische Differenz
Offenbarung woher?
Göttersterben
'Religion ist Unglaube': Karl Barths Intervention
Im Garten der Unfehlbarkeit: Denzingers Welt
Unter hohen Himmeln
Erdichtetes Zusammengehören
Götterdämmerung und Soziophanie
Herrlichkeit: Poesien des Lobs
Poesie der Geduld
Poesien der Übertreibung: Die religiösen Virtuosen und ihre Exzesse
Kerygma, Propaganda, Angebotsoffensiven oder: Wenn die Fiktion nicht mit sich spaßen läßt
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