Triviale Wahrheitsprozeduren? - Zu Geschichte, Funktionen und Formen von Indizien in Kriminalgeschichten von der Frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert

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Produktdetails  
Verlag Springer, Berlin
Auflage 10.07.2026
Seiten 252
Format 15,5  x  23,5  x  1,3 cm
Gewicht 388 g
Reihe Kriminalität in Literatur und Medien
ISBN-10 366268912X
ISBN-13 9783662689127
Bestell-Nr 66268912A

Produktbeschreibung  

Spuren trügen. Hinweise lügen. Und genau darin liegt die Faszination des Krimis. Dieser Band taucht tief in die Mehrdeutigkeit von Indizien ein und fragt, wie Zeichen gelesen, missverstanden und gedeutet werden – in Literatur, Serie und Film. Zwischen Wahrheitssuche und Zeichenunsicherheit entfaltet sich der Krimi als Grenzgänger zwischen Hoch- und Unterhaltungskultur. Wie formen Ambivalenz, Medialität und Rezeption die Logik indexikalischer Geschichten? Und was verrät das Spiel mit Indizien über Kanon und Lesepublikum? Die Beiträge bieten historisch weit ausgreifend eine pointierte Analyse des Krimis als Kunst der verdächtigen Zeichen.


Inhalt:

Sebastian Speth: Der wahrscheinlichste Martin Guerre. Identitätsbeweise in Recht, Literatur und Feuilleton.- Patrick Hohlweck: Exzess der Ermittlung. Paranoia und Literatur bei Rousseau, Kleist und James.- Maximilian Bergengruen: Der Antagonist im Titel. Zum Zusammenhang von Indizienlese, Supplikationspraxis und Kriegsrecht in Schillers Der Verbrecher aus verlorener Ehre.- Sarah Seidel: An den Haaren herbeigezogen? Bedeutung(sverschiebung) der Perücke in Gerichtspossen um 1800.- Antonia Eder: Indexikalische Konkurrenz. Vom Spuren legen und lesen in Der Roman des Freiherrn von Vieren (Chamisso, Fouqué, Hoffmann, Salice-Contessa).- Nursan Celik: Paläontologische und ‚maulwurfsarchäologische‘ Wahrheitserkundungen in Wilhelm Raabes Stopfkuchen (1891).- Bernhard Stricker: Rätselhafte Realität? Der Wirklichkeitsbegriff des Kriminalromans oder: Wie Luc Boltanski sich von Father Brown in die Irre führen lässt und G.K. Chesterton die Dialektik der Aufklärung entdeckte.- Stefan Neuhaus: „Ausgetüftelt in einer tückischen Art“: Zur Erzeugung von Mehrdeutigkeit in Alfred Hitchcocks Thrillern.- Wolfgang Brylla: Die historische Spur oder: Wie Geschichte im historischen Kriminalroman (nicht) gelesen wird. Zum Verhältnis von Erinnerung, Politik und Fiktion bei Christian von Ditfurth und Didier Daeninckx.- Claudia Albes: Ungewissheit. Die Dekonstruktion des Indizienparadigmas in Hartmut Langes Novellen Das Streichquartett und Der Wanderer.- Raphael Krause: An den Grenzen der Rationalität. Zur Rolle okkulter Praktiken in aktueller Kriminalliteratur für Kinder und Jugendliche.- Tobias Leben: Brenners Verfahren.

Autorenporträt  
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