Nachlass zu Lebzeiten - Das Gesamtwerk als künstlerisches Projekt
| Verlag | Wagenbach |
| Auflage | 17.09.2026 |
| Seiten | 208 |
| Format | 13,3 x 21,2 x 1,9 cm |
| Englisch Broschur | |
| Gewicht | 300 g |
| Reihe | Kleine Kulturwissenschaftliche Bibliothek |
| ISBN-10 | 380315202X |
| ISBN-13 | 9783803152022 |
| Bestell-Nr | 80315202A |
Oft gilt die Moderne als Epoche, in der nicht mehr das einzigartige meisterhafte Kunstwerk im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, sondern die Selbstproduktion der Künstler: von körperbasierten Performances bis hin zur zunehmenden Bedeutung künstlerischer Selbstinszenierung. Im Schatten dieser Auflösung des Werkbegriffs hat indes ein anderes Phänomen seinen Aufstieg erlebt: das uvre als imaginierte und vorweggenommene Summe aller Werke.
Inzwischen kreist ein wesentlicher Teil des zeitgenössischen Kunstmarkts um die Vorstellung eines Lebenswerks: Retrospektiven sind Publikumsmagneten, der Nachlasshandel ist zum lukrativen Geschäft für Galerien geworden, und die Künstler selbst produzieren mit Blick aufs - oft erst posthum zu erfassende - Ganze.
In ihrem glänzenden Essay erzählt Barbara Wittmann, wie es zu dieser Karriere des Gesamtwerks kam: von einem gezeichneten Gemäldeverzeichnis im 17. Jahrhundert über erste Personalmuseen und die Entstehung des Urheberrechts hin zur Frühgeschichte der Retrospektive bei William Blake, Gustave Courbet und anderen.
