Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft
| Verlag | Suhrkamp |
| Auflage | Februar 2012 |
| Seiten | 488 |
| Format | 11,0 x 17,7 x 2,5 cm |
| Gewicht | 292 g |
| Reihe | suhrkamp taschenbuch wissenschaft |
| ISBN-10 | 3518295675 |
| ISBN-13 | 9783518295670 |
| Bestell-Nr | 51829567A |
'Man muß die Gesellschaft verändern!' - Diese Parole aus alter Zeit ist nach wie vor aktuell, denn die heutige Gesellschaft ist voller Härte und Zumutungen. Um diese Veränderung zu ermöglichen, sollte man aber vielleicht erst einmal versuchen, den Begriff 'Gesellschaft' zu verändern und den Riß zwischen der Praxis der Soziologie, der Theorie der Politik und des Glaubens an die Idee der Gesellschaft zu schließen. Um einen Ausweg aus dieser Krise zu finden, sollte - so die provokative These dieses Buchs - diese Spannung bis zum äußersten ausgereizt werden.
Bruno Latour, der die etablierten Grenzen zwischen Wissenschaft, Kultur, Technik und Natur eingerissen hat, unterscheidet zwei unterschiedliche Konzepte von Gesellschaft. Das eine betrachtet 'Gesellschaft' als eine unveränderliche abstrakte Entität, die ihren Schatten auf andere Bereiche wirft: auf die Wirtschaft, das Recht, die Wissenschaft etc. Für das andere ist 'Gesellschaft' notwendig instabil: eine unerwartete Verbindung von ganz unterschiedlichen Akteuren, die die Gewißheit, einer gemeinsamen Welt anzugehören, in Frage stellen. Die Analyse dieser Verbindung ist nach Bruno Latour Aufgabe der Soziologie.
Inhalt:
Einleitung: Wie kann man die Aufgabe wiederaufnehmen, den Spuren der Assoziationen zu folgen?
Die Entfaltung von Kontroversen über die soziale Welt
Einführung in Teil I: Was sich aus Kontroversen lernen läßt
Erste Quelle der Unbestimmtheit: Keine Gruppen, nur Gruppenbildungen
Zweite Quelle der Unbestimmtheit: Handeln wird aufgehoben
Dritte Quelle der Unbestimmtheit: Welche Aktion für welche Objekte?
Vierte Quelle der Unbestimmtheit: Unbestreitbare Tatsachen versus umstrittene Tatsachen
Fünfte Quelle der Unbestimmtheit: Das Verfassen riskanter Berichte
Was tun mit der Akteur-Netzwerk-Theorie? Zwischenspiel in Form eines Dialogs
Wie kann man Assoziationen wieder nachzeichenbar machen?
Einführung in Teil II: Warum das Soziale so schwer nachzuzeichnen ist
Wie kann man das Soziale flach halten?
Erster Schritt: das Globale lokalisieren
Zweiter Schritt: das Lokale neu verteilen
Dritter Schritt: Orte verknüpfen
Schluß: Von der Gesellschaft zum Kollektiv - Kann das Soziale neu versammelt werden?