Das Primat der Meinung - Wie sich Öffentlichkeit unter Bedingungen der Pluralität wandelt
| Verlag | Verlag Barbara Budrich |
| Auflage | 15.06.2026 |
| Seiten | 172 |
| Format | 12,0 x 1,1 x 18,5 cm |
| Gewicht | 185 g |
| ISBN-10 | 384743439X |
| ISBN-13 | 9783847434399 |
| Bestell-Nr | 84743439A |
Ob Cancel Culture, Fake News, Affektisierung oder Silencing: Die Schlagwörter, unter denen der Wandel der Öffentlichkeit verhandelt wird, sind vielfältig. Doch worin besteht dieser Wandel genau, und welche Implikationen und Spannungen bringt er mit sich? Behzad Förstl zeigt, dass das bessere Argument dem Primat der Meinung untergeordnet wird: Öffentliche Meinungen entstehen angesichts einer immensen gesellschaftlichen Pluralisierung immer weniger durch diskursiven Austausch als durch kommunikative Ignoranz. Da dieser Wandel zur Signatur der Spätmoderne gehört und nicht technologiebedingt ist, stellt sich weniger die Frage seiner Umkehr als die nach dem Umgang mit seinen Folgen. Soll dennoch ein Diskurs unter den Bedingungen der Spätmoderne gelingen, bedarf es einer Neudefinition der idealen Sprechsituation.
Inhalt:
1. Einleitung
1.1. Jenseits moderner Nostalgie und spätmoderner Romantik
1.2. Argumentationspfad
1.3. Anmerkungen zum Idealtypus
2. Moderne und Spätmoderne
2.1. Moderne: Fortschritt durch Universalisierung
2.2. Spätmoderne: Singularisierung durch Pluralität
3. Die habermassche Öffentlichkeit
3.1. Warum Öffentlichkeit? 35
3.2. Kommunikatives Handeln als Grundlage sozialer Ordnung
3.3. Vom kommunikativen Handeln zur Öffentlichkeit
4. Strukturwandel der Öffentlichkeit
4.1. Freier Zugang: Eine wohlwollende Abstraktion
4.2. Die Unverfügbarkeit des Gegenübers
4.3. Granuläre Repräsentation
5. Prozesswandel der Öffentlichkeit
5.1. Diskurs: ein assimilierender Prozess
5.2. Diskurs: ein desintegrierender Prozess
5.3. Kommunikative Ignoranz
6. Formwandel der Öffentlichkeit
6.1. Meinung als Sinnkomplex
6.2. Querdenker und Fridays for Future als Meinungsöffentlichkeiten
6.3. Meinungsöffentlichkeiten in Abgrenzung zu sozialen Bewegungen, Protesten und Echokammern
6.4. Legitimation und Folgewirkungen von Meinungsöffentlichkeiten
6.5. Medien, Medien und nochmals Medien
7. Management statt Lösung von Konflikten
7.1. Restorative Justice
7.2. Management der Folgewirkungen von Meinungsöffentlichkeiten
7.3. Wie deliberative Öffentlichkeiten in der Spätmoderne doch noch gelingen können
8. Spekulativer Ausblick
8.1. Zusammenfassung
8.2. Neorepräsentative Öffentlichkeit
9. Literaturverzeichnis
