"Der Glaube an den erlösenden und befreienden Gott ist der mächtige Gegenspieler der Angst. Er wird sie freilich auch nicht wie durch Zauberschlag verschwinden lassen. Auch der glaubende Mensch bleibt ein Mensch und darum allem Menschlichen ausgesetzt. Aber er hat etwas, womit er seine Angst im Prinzip überwinden kann." Bernhard Welte, "Dasein als Hoffnung und Angst" (1982)
Dieser Jahrgang der Schriftenreihe der Bernhard-Welte-Gesellschaft rückt das Phänomen der Angst und ihre Erscheinungsformen in das Zentrum unserer Betrachtung. Dabei wird zunächst die Angst in den Gesamtzusammenhang der menschlichen Emotionen eingeordnet und emotionstheoretisch bestimmt, um davon ausgehend natürliche Ängste von pathologischen Angststörungen zu unterscheiden und in ihrem therapeutischen Anwendungsbezug zu betrachten. In einem weiteren Schritt wird die angsttherapeutische und -immunisierende Wirksamkeit von weltanschaulichen Überzeugungen aus (religions-)philosophischer und theologischer Sicht beleuchtet, insb. bei Bernhard Welte und Eugen Biser. Zudem wird die Bedeutung der Angst im interreligiösen Vergleich an Beispielen aus der Mystik des Islams und des Christentums aufgewiesen.
Inhalt:
Inhalt
Markus Enders / Frank Schlesinger
Vorwort der Herausgeber ............................................................................... 7
Siegfried Rombach
Einführung in diesen Jahrgang der Schriftenreihe ......................................... 9
Boris Wandruszka
Die Angst als selbstaffektive (Hyper-)Resonanz der Seele im
Angesicht einer Bedrohung.
Das Wesen der Angst und ihre Stellung im Gemütsleben des
Menschen ..................................................................................................... 13
Michel Lahoud
Angst in der Psychoanalyse: Mangel oder Exzess? ..................................... 47
Georg Sans SJ
Von einem Gott, der Angst macht, zu dem Gott, der heilt.
Eugen Bisers Christentum der Innerlichkeit ................................................ 65
Markus Enders / Frank Schlesinger
Glauben als Mut zur Angst und als deren Überwindung.
Die Grundangst vor dem Nichts des Todes und die Glaubenshoffnung
als ihre Gegenspielerin bei Bernhard Welte ................................................. 83
María Antonieta Emparán Fernández
Dankbarkeit angesichts der Angst.
Parallelen in der Mystik von Ibn Abbd ar-Rund und
Johannes vom Kreuz .................................................................................. 123
Frank Schlesinger
Bernhard-Welte-Bibliografie.
Erscheinungszeitraum 2025 und Nachträge ............................................... 161
Autorenverzeichnis .................................................................................... 173
Prof. Dr. Dr. Markus Enders, geb. 2. September 1963 in Fulda, ist ein deutscher Philosoph und römisch-katholischer Theologe. Er ist seit 2001 Professor für Christliche Religionsphilosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.Von 1983 bis 1989 studierte Markus Enders Philosophie, katholische Theologie, Religionswissenschaft und Germanistik an den Universitäten in Freiburg im Breisgau und München. Sein Philosophiestudium schloss er 1988 in Freiburg mit dem Erwerb des Magister Artium ab; dort folgte 1989 der Abschluss des Studiums der Katholischen Theologie mit dem Erwerb des Diploms. 1991 erfolgte seine Promotion in Philosophie zum Thema "Das mystische Wissen bei Heinrich Seuse" unter der Erstbetreuung von Werner Beierwaltes. Vom 01.04.92 - 31.03.1998 war M. Enders als wissenschaftlicher Assistent und von 01.04.1998 - 30.04.1999 als wiss. Oberassistent am Lehrstuhl für Philosophie III von Herrn Prof. Beierwaltes im Institut für Philosophie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. Er habilitierte sich und erwarb die Venia legendi im Fach "Philosophie" an der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Statistik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Thema seiner Habilitationsschrift lautete: "Wahrheit und Notwendigkeit. Die Theorie der Wahrheit bei Anselm von Canterbury im Gesamtzusammenhang seines Denkens und unter besonderer Berücksichtigung seiner antiken Quellen (Aristoteles, Cicero, Augustinus, Boethius)". Im Sommersemester 1999 erwarb er die Promotion zum Dr. theol. in der Fakultät für Katholische Theologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Thema seiner Dissertation lautete: "Transzendenz und Welt. Das daseinshermeneutische Transzendenz- und Welt-Verständnis Martin Heideggers auf dem Hintergrund der neuzeitlichen Geschichte des Transzendenzbegriffs". Erstgutachter und Doktorvater seiner Dissertation war Prof. Dr. R. Heinzmann, der Zweitgutachter: Prof. Dr. H. Döring. Von Mai 1999 - Jan. 2001 war M. Enders Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Januar 2001 wurde er zum Ordinarius für Christliche Religionsphilosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg i. Breisgau ernannt. Er hat zwei weitere Rufe auf ordentliche Professuren erhalten und abgelehnt und Gastdozenturen und -professuren an verschiedenen Universitäten im Ausland wahrgenommen.Im Juli 2017 wurde Markus Enders als ordentliches Mitglied in die Philosophisch-Historische Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Seit 2020 ist Markus Enders Co-Leiter der Heidelberger Forschungsstelle der interakademischen (Heidelberger und Göttinger Akademie der Wissenschaften) "Karl-Jaspers-Gesamtausgabe". Seit 2012 ist er Erster Vorsitzender der Bernhard-Welte-Gesellschaft e. V.
Dipl.-Theol. Frank Schlesinger, geb. 1987 in Heidelberg, absolvierte 2007 sein Abitur am St.-Raphael-Gymnasium in Heidelberg. 2008-2011 Grundstudium in Katholischer Theologie an der Universität Freiburg (Vordiplom), 2011 Gemeindepraktikum in der Seelsorgeeinheit Pforzheim West, 2011/2012 Erasmusstudium in Katholischer Theologie am Institut Catholique de Paris, 2012-2014 Hauptstudium in Katholischer Theologie an der Universität Freiburg (Diplom).Seit 2018 ist er Akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Christliche Religionsphilosophie im Institut für Systematische Theologie der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Desweiteren ist Frank Schlesinger Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bernhard-Welte- Gesellschaft e. V.
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