In Mecklenburg-Schwerin erlangten nicht nur Frauen, sondern auch die Mehrheit der Männer erst 1918 das Recht, einen Landtag zu wählen. Die Wahlordnung, die das Volksministerium erarbeiten ließ, blieb bis zu ihrer Aussetzung 1933 Gegenstand heftiger Debatten. Ausgangspunkt war oftmals die seitens liberaler und linker Parteien vorgebrachte Kritik, die ländliche Bevölkerung sei den konservativ wählenden Gutsbesitzer*innen ausgeliefert und nicht frei in ihrer Wahlentscheidung. Martin Buchsteiner erzählt eine doppelte Wahlgeschichte: die der Entstehung und Ausformung des Wahlgesetzes und der unterschiedlichen Wahlordnungen, die sich als Herrschaftsinstrumente zeigen, sowie die der Wahlergebnisse, die jedoch statt der Parteien v. a. die Wähler*innen in den Blick nimmt und sie als Akteure zeigt, die ihrerseits Herrschaft ausübten und sich selbst ermächtigten.
Studium der Geschichte, Sozialwissenschaften und Pädagogik an der Universität Rostock, seit 2012 wissen-schaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs Didaktik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.
* 1976 in Schwerin, 1996-2004 Studium der Geschichte, Ur- und Frühgeschichte und Klassischen Archäologie in Greifswald, 2008 Promotion in Greifswald, 2008-2010 Archivreferendariat in Greifswald und Marburg, Archivrätin und Ausbildungsleiterin in der Abteilung Landesarchiv des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege M-V in Schwerin.
Matthias Manke, geboren 1968, 1989-1994 Studium der Geschichte, Politikwissenschaften und Soziologie an den Universitäten Rostock und Hamburg, 1992-1994 Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung, 1994-1996 Stipendiat der Landesgraduiertenförderung Mecklenburg-Vorpommern, 1998 Promotion an der Universität Hamburg, 1998-2000 Archivreferendar am Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden, seit 2000 Wissenschaftlicher Archivar am Landeshauptarchiv Schwerin, seit 2004 Leiter des Dezernats »Neues Archiv«, seit 2019 Leiter des Dezernats »Archivfachliche Dienste«, Archivdirektor; seit 2009 stellvertretender Leiter des Landeshauptarchivs Schwerin.
* 1976, 1996-2001 Studium Geschichte, Germanistik und Niederdeutsche Philologie in Greifswald und Rostock, 2004 Promotion in Rostock, 2004-2006 Archivreferendariat in Schwerin und Marburg/Lahn, Archivoberrat und Dezernatsleiter in der Abteilung Landesarchiv, seit 2020 Leiter der Abteilung Zentrale Dienste des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern
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