Hans -
Dampf auf allen Dächern
Alles beginnt mit einem Schwarz-Weiss-Fernseher. Die Krönung
von Elisabeth II am 2. Juni 1953 wollten sich die Eltern von Hans
Glanzmann nicht entgehen lassen. Seither ist im Bereich Fernsehen
unglaublich viel passiert. Eigentliche Quantensprünge
gingen und gehen vonstatten. Und mitten drin Hans Glanzmann.
Er erzählt von den unglaublichen technologischen Veränderungen.
Aber nicht technisch und trocken. Stets eingebunden in Geschichten,
die so passiert sind, sei es auf einem sechsstöckigen
Dach in Basel im Angesicht der Münstertürme, sei es von einem
Fall durch die Decke in die Badewanne der Wohnung darunter.
Wirtschaftlich guten Jahren folgen oft angespannte Zeiten. Auch hier
bewies Hans Glanzmann mit seiner Firma «Glanzmann Multimedia
AG» zeitgerechten Unternehmergeist. Nach dem Aufbau des Geschäfts
und der späteren Expansion erkannte er schnell die Zeichen der digitalen
Zeit und redimensionierte. «Das Internet ist nicht mein Feind»,
ist er überzeugt, «aber wer zu spät reagiert, den bestraft das Leben.»
Eine vergnüglich interessante Zeitgeschichte des Schwarz-
Weiss-Fernsehens bis hin zu den multimedialen Plattformen,
eingebettet in viel Basler und Allschwiler Lokalkolorit.
Seit 66 Jahren bin ich nun auf dem Gebiet der Unterhaltungselektroniktätig, eine lange Zeitspanne, die wohlnur den wenigsten Berufsleuten vergönnt ist. Durch denAnsporn von Béatrice Traxler wuchs die innere Energie,meine vielen Erlebnisse in einem Buch festzuhalten.Mit einer mechanischen Vorlehre, gefolgt von einerLehre zum Elektromonteur und anschliessend einer Ausbildungzum Radioelektriker, gekrönt mit dem Meisterkurs,hatte ich mir ein solides Fundament für später erarbeitet.Da war ich 38 Jahre alt. Zahlreiche Weiterbildungskursesollten folgen, um mit den rasanten EntwicklungenSchritt zu halten. Auch mit über 80 Jahren bildeich mich laufend fort. Mein umfassendesWissen habe ichstets an meine Lehrlinge weitergegeben. Nun hat derletzte, der 37., seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.Was sich in all den Jahrzenten nicht verändert hat, istmeine Geschäftsphilosophie, sie ist einfach wie klar: DerKunde soll nur das Beste vom Besten erhalten, eine qualitativ einwandfreie Arbeit, edel und ästhetisch soll dasEndprodukt daherkommen.Meine Schilderungen in diesem Buch sind bleibendeErinnerungenmeines Gedächtnisses.Meist sind es lustigeBegebenheiten. Darüber hinaus zeigen sie, wie vielseitigmein Beruf sein kann. Die Reihenfolge der Ereignissekönnen nichtmehr jahresgetreu aufgezeigt werden, gehensie doch bis ins Jahr 1945 zurück.Zahlreiche Interviews mit Béatrice Traxler habendiese, meine breitgefächerte Biografie ermöglicht. BéatriceTraxler hat sich stets in die Rolle eines neugierigLesenden versetzt und aus dieser Optik heraus unzähligeFragen gestellt, im Sinne: Wie war das genau, wie mussman das verstehen, was ist das Besondere daran? PeterTraxler hat ebenfalls viel zum guten Gelingen beigetragen,insbesondere in den Bereichen Technik und Illustrationen.Die vielen Sitzungen mit Béatrice und Peter währendeines Jahres waren für mich ein schönes Erlebnis,ihr Fachwissen eine Bereicherung.Allschwil, im Juni 2020
Seit Jahrzehnten sorgt Hans Glanzmann dafür, dassunsere Fernseher laufen und wir unsere Favoriten-Senderauf den ersten Plätzen finden. Es ist jedes Mal eineFreude, wenn er kommt. Gutgelaunt, mit seinen wachen,blauen Augen, einem spitzbübischen Lachen und vollerTatendrang. Viele Male haben wir nach getaner Arbeit einenAperitif zusammen mit meinem Mann getrunken.Dann erzählte Hans von seiner laufenden Arbeit, aberauch von alten Zeiten, von Tops und Flops, die passiertsind. Es sind spannende Episoden, abenteuerliche Ereignisse,schräge Geschichten, gewürzt mit viel Basler undAllschwiler Lokalkolorit.Wer die Idee hatte, ich weiss es nicht mehr. Vor etwazwei Jahren kamen wir nach fröhlichem Geplauder zumSchluss: Was Hans vor dem Hintergrund bahnbrechendertechnologischer Veränderungen seit den Nachkriegsjahrenbis heute alles erlebt, was er im Berufsverband bewirkthat, wäre Stoff für ein interessantes wie auch vergnüglichesBuch. Letztes Jahr haben wir begonnen, Nägel mit Köpfenzu machen. Unzählige Interviews habe ich mit Hans geführt.Wir verbrachten nie mehr als zwei Stunden amStück miteinander, da Hans stets auf dem Sprung ist. Dernächste Kunde wartet, der Lehrling will betreut und dernächste Tag vorbereitet sein. Mit jedem Interview wuchsmein Respekt vor dem, was Hans gleistet hat und mitüber achtzig Jahren noch immer bewerkstelligt. WerHans kennt, merkt bald, dass Marketing ihm sozusagenin den Genen liegt. Stets hat er das Gesellige mit dem Geschäftlichenzu verbinden gewusst. Mit den Jahren ergabsich ein immenses Netzwerk, in dem prominente Namenkeineswegs fehlenDieses Buch zusammen mit Hans zu schreiben, warFreude pur. Darüber hinaus habe ich enorm viel gelernt:über Antennenbau, über Sicherheiten auf dem Dach bishin zu neusten Techniken im Multimedia-Bereich.Schönenbuch, im Juni 2020
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