Die Einbindung Erziehungsberechtigter und gesetzlicher Vertreter in das Jugendstrafverfahren - Eine dogmatisch-analytische Abhandlung der gegenwärtigen Rolle dieser im Jugendstrafverfahren unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses jüngster unionsrechtlicher Vorgaben
| Verlag | Duncker & Humblot |
| Auflage | 1. Auflage, 04.09.2024 |
| Seiten | 263 |
| Format | 15,8 x 1,2 x 23,5 cm |
| Gewicht | 405 g |
| Reihe | Schriften zum Strafrecht |
| ISBN-10 | 3428192508 |
| ISBN-13 | 9783428192502 |
| Bestell-Nr | 42819250A |
»The Role of Parents in German Juvenile Criminal Proceedings. A Dogmatic-Analytical Treatise on the Current Role of Parents in Juvenile Criminal Proceedings with Emphasis on the Influence of Recent EU Legislation«: Embedded in the respective phases of juvenile criminal proceedings, the book covers all rights and obligations of parents and legal representatives within these. Legal basis is provided in particular by
67, 67a, 51 JGG. Thereby it is established that
51 VII JGG is unconstitutional. Overall, it is concluded that the influence of Directive (EU) 2016/800 does not weaken the parental primacy stipulated in Art. 6 II 1 GG, despite it not granting parental rights the same status.
Die Arbeit behandelt strukturiert und erschöpfend die den Erziehungsberechtigten und gesetzlichen Vertretern zukommenden Rechte und Pflichten. Mit Umsetzung der Vorgaben der Richtlinie (EU) 2016/800 sind beachtenswerte Neuerungen im nationalen Recht zu Tage getreten, die eingehend untersucht werden. Rechtlicher Ausgangspunkt sind insbesondere die
67, 67a, 51 JGG.
Hervorzuheben ist die Feststellung der Verfassungswidrigkeit des
51 VII JGG. So ist bei mindestens gleichem Schutzbedürfnis des Jugendlichen eine Ersatzperson dann gerade nicht vorgesehen, wenn dessen Eltern ordnungsgemäß über die Hauptverhandlung in Kenntnis gesetzt wurden, jedoch nicht erscheinen.
Insgesamt ist auf unionsrechtlicher Ebene kein originär elterneigenes Recht vorgesehen. Indes steht es den Mitgliedsstaaten frei, ein solches innerhalb der Vorgaben der mindestharmonisieren Richtlinie zu normieren. Ihr Einfluss vermag trotz Zugrundelegung eines abweichenden Elternbildes nicht das in Art. 6 II 1 GG vorgegebene elterliche Erziehungsprimat zu schwächen.
Dissertationsschrift
Inhaltsverzeichnis:
A. EinführungThemenaufriss und Zielsetzung - Notwendigkeit der Behandlung dieser ThematikB. Historische Entwicklung der ElterneinbindungMittelalter - Kodifizierte Rechtsordnungen - Jugendgerichtsbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts - Erstes Jugendgerichtsgesetz 1923 - Zeit des Zweiten Weltkriegs - Nachkriegszeit - Jugendgerichtsgesetz von 1953 - Entwicklung des Art. 6 GG - Resümee zur historischen EntwicklungC. Rolle der Eltern in der KriminologieJugenddelinquenz im Allgemeinen - Rolle der Eltern bei Entstehung von Jugenddelinquenz - Bedeutung für das Jugendstrafverfahren - Rolle der Eltern bei Bewältigung von Jugenddelinquenz - Folgerungen und AussichtenD. Rechtlicher AusgangspunktBegriffsbestimmungen - Rechtsstellung der Eltern - Europarechtlicher Ausgangspunkt der jüngsten Gesetzesreform - Übersicht der jüngsten Änderungen - Bedeutung für die FragestellungE. Aktuelle Rolle im JugendstrafverfahrenSpezielle verfahrensabschnittsübergreifende Rechte - Ermittlungsverfahren - Zwischenverfahren - Hauptverfahren - Einschränkung elterlicher Rechte und Abwesenheit der Eltern - Rechtsbehelfe,
298 Abs. 1 StPO,
67 Abs. 2 JGGF. Hintergründe und Perspektiven der ElternrolleGründe der mangelnden Beachtung der Elternrechte im Unionsrecht - Verbesserungsbedarf nach der Richtlinienumsetzung - Vorschlag zur unionsrechtlichen Elterneinbindung - Auswirkungen der Gesetzesänderung auf die RechtspraxisG. ResümeeUnterrichtungsrechte - Anwesenheitsrechte - Mitwirkungsrechte - Einschränkung elterlicher Rechte und Hinzuziehung von Ersatzpersonen - Rechtsbehelfe - Wandel der Dogmatik der elterlichen Einbeziehung