Trippeltrappeltreppe

Hoppeln, Hopsen, Poltern, Tappen!

TrippeltrappeltreppeDichten ist vielleicht die Königsdisziplin für Schreiber. So etwas wie eine Praline unter den Literaturgerichten. Damit sollen sich nicht nur Erwachsenen den Bauch voll schlagen. Der Boje Verlag bringt eine Reihe illustrierter, handlicher Bände “Gedichte für neugierige Kinder” heraus. Unter anderem Karlhans Frank, Mascha Kaléko, Jutta Richter und Edward van de Wedel dichten hier wild, fröhlich und nachdenklich.

In “Trippeltrappeltreppe” dichtet Jan Koneffke (*1960). Wie die Liebe sei, fragt seine kleine Maus. Weich wie Mayonnaise? Dauerhaft wie Dauerwurst? Und warum gibt es eigentlich so viele fade Sachen/ nicht nur Schokoladensachen? Jan Koneffke wurde in Darmstadt geboren, studierte Philosophie und Germanistik in Berlin und lebt heute in Wien und Bukarest. Er verfasst sowohl Jugendbücher als auch Erwachsenenromane und ist unter anderem Redakteur der Zeitschrift “Wespennest”. Worum es in seinen “Trippeltrappeltreppe”-Gedichten eigentlich geht? Es geht, wie bei vielen guten Versen, um die heitere und heikle Balance zwischen Allem und Nichts. Mit dabei sind Graf Dracula und sein Floh, der aus purer Mordlust geteilte und trotzdem kriechende Regenwurm, das irrtümlich in Helgoland gestrandete Wüstenkamel und viele andere. Damit kann man sich abends in den Schlaf singen lassen oder tagsüber schnell ein paar Worthappen naschen. Zum Beispiel diese erstaunliche Wahrheit über das Fußballtor: “Wer könnte das ewig ertragen/ diesen ewigen Schuss in den Magen? / und wenn man mir einen Ball in den Bauch kleistert / trillert und johlt es am Platzrand begeistert / das ist hundsgemein/ bald knick ich ein / und werde den Dussel von Torwart erschlagen!”

Aber all das wäre nur halb so schön, wenn nicht Christoph Mett(*1978) jedes Gedicht illustriert hätte. Der freischaffende, Designer, Illustrator und Filmemacher lebt und arbeitet in Münster. Reduziert auf orangebraun und Schwarz zeichnet er mit flottem Strich viele schöne Witzfiguren. Seine Illustrationen greifen das auf, was Jan Koneffke bereits im Text sagt: In jedem Spaß steckt eben ein Bisschen Ernst! Und andersrum.

Erschienen 2009 beim Boje Verlag (gehört seit 2010 zur Verlagsgruppe Bastei und Lübbe). Für mehr “Gedichte für neugierige Kinder”: “Ein Nashorn saß auf einem Baum” von Manfred Mai, illustriert von Stefanie Harjes. Erschienen 2012. Empfohlen ab 6 Jahren.

(Titelbild: © Verena Muckel)

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