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Die Gewinnerschatzinsel: “Großer-Tiger und Christian” von Fritz Mühlenweg

Im Rahmen unserer Aktion “Deine Schatzinsel” schrieb Mareike uns über das Abenteuerbuch ihrer Kindheit: Die Geschichte einer spannenden Reise in die ferne Mongolei hat bis heute eine ganz besondere Bedeutung für sie, und so zeigt ihr Text auch die wunderbare Rolles des Buches als Freund und Lebensbegleiter!

Großer-TigerMareikes persönliche Schatzinsel:

“Das Abenteuerbuch meines Lebens ist eindeutig „Großer-Tiger und Christian“ von Fritz Mühlenweg.

Als ich noch ein Kind war, gehörte das abendliche Vorlesen zum festen „ Zu-Bett-Geh-Ritual“ in unserer Familie. Meist las meine Mutter mir und meinem Bruder abends für ca. 30 Minuten vor. Anfangs kurze Bilderbücher, je älter wir wurden, desto länger wurden auch die Bücher. Und so kam eines schönen Winterabends meine Mutter mit dem Buch „Großer-Tiger und Christian“ an. Ein wahrlich dickes festes Buch, in ganz unspektakulärem Design und komplett ohne Bilder. Etwas skeptisch waren wir ja schon.

Doch bereits nach den ersten wenigen Sätzen waren wir völlig gefangen in der Geschichte der beiden 12-jährigen Jungs im Peking des frühen 20. Jahrhunderts.

Sie wollten doch nur einen Drachen, ein Glückssymbol der Chinesen, steigen lassen und waren urplötzlich auf einer spannenden Reise durch China und die Mongolei. Und diese Reise hat es wirklich in sich. Mit einem alten LKW, auf dessen Ladefläche sie es sich gemütlich machen, werden sie von einem hohen General einmal quer durch die Wüste Gobi wieder heim nach Peking geschickt, um so einem Kampf um Peking aus dem Weg zu gehen. Der Soldat Glück, der den LKW fährt, entpuppt sich als ehemaliges Mitglied einer berüchtigten Räuberbande (ist aber trotzdem ein ehrenwerter Mensch), sie bekommen einen höchst unfreundlichen Reisegefährten (der Kaufmann Grünmantel, der von allen Menschen auf der Reisestrecke gehasst wird), treffen auf Räuber, Karawanen, Mongolen und Räuberfürsten. Ihr LKW wird geklaut, so dass sie auf Kamelen weiter reisen müssen. Nebenbei heben sie noch einen Schatz in einer Geisterstadt, lernen viel über die mongolische Kultur (und wir als Leser gleich mit) und lernen eine neue Sprache.

Dies alles war so unglaublich spannend, dass wir meine Mutter jeden Abend aufs Neue anflehten, bitte bitte weiterzulesen, ja nicht aufzuhören. In der Regel vergeblich, mussten wir doch am nächsten Morgen früh raus und zur Schule. An den Wochenenden las sie dann aber, bis sie heiser wurde.

Dieses Buch begleitet nicht nur mich bis heute. Ein paar Begriffe gingen in den Familiengebrauch über – so ruft meine Mutter noch heute laut „Tschöfan“ , wenn sie zum Essen ruft, oder wir sagen „lai lai lai“ wenn sich jemand beeilen soll. Besucher reagieren immer etwas irritiert und fragen nach – und schon ist die ganze Familie im Erzählen der tollen Abenteuer von Großer-Tiger und Christian. Wohlgemerkt – etwas 28 Jahre, nachdem meine Mutter uns das Buch vorlas.

Ich habe das Buch inzwischen ca. 10 mal gelesen (eher öfter), besitze nicht nur die Ausgabe, aus der meine Mutter uns vorlas, sondern inzwischen auch eine Taschenbuchausgabe und habe natürlich das Buch auf dem Kindle dabei. Immer. Egal, wo ich bin.

Mein großer Traum ist es, irgendwann selbst in die Mongolei zu reisen – und das habe ich nur diesem Buch zu verdanken, denn wer in Deutschland kennt schon die Mongolei?

Ja, das ist wirklich das Abenteuerbuch meines Lebens!”

 

Als Dankeschön für ihren abenteuerlichen Buchtipp erhält Mareike ein Exemplar der von Ilija Trojanow herausgegebenen Sammlung “Hinter der Roten Sonne”: Eine spannende Lesereise quer durch Klassiker der Abenteuerliteratur!

 

(Titelbild: © Verena Muckel)

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