Musik hinter den Worten - Haruki Murakamis Klangwelten
| Verlag | Edition Text und Kritik |
| Auflage | Mai 2026 |
| Seiten | 328 |
| Format | 15,7 x 2,5 x 21,8 cm |
| Mit Lesebändchen | |
| Gewicht | 523 g |
| ISBN-13 | 9783689301545 |
| Bestell-Nr | 68930154A |
Haruki Murakami (*1949) gilt als erfolgreichster zeitgenössischer Autor Japans. Früh brach er mit der klassischen Erzählkunst seines Heimatlandes, indem er sich stilistisch auch an die Pop-Kultur anschmiegte. Halb in der Realität, halb im Fantastischen angesiedelt, bildet Musik häufig ein Scharnier, das das Wandeln zwischen verschiedenen Welten ermöglicht. In vielen Werken Murakamis schimmern hinter dem Text Tonspuren durch, die in diesem Buch in den Fokus gerückt werden.
Gemeinsam mit seiner Frau eröffnete Murakami nach dem Studium einen Jazz-Club, in dem er auch seine ersten Veröffentlichungen zu Papier brachte, ehe er sich dazu entschloss, freischaffender Schriftsteller zu werden. Nach dem Ringen um einen eigenen Stil beschrieb der Autor seine Textarbeit mehrfach mit einer musikalischen Improvisation - kein Wunder also, dass Musik in seinem Schaffen eine besondere Rolle einnimmt. Welche Macht diese in Murakamis Werken hat, wird anhand zahlreicher Zitate und Interpretationsansätze dargestellt. Zudem kann die Sogkraft seiner Fiktion an frei erfundenen Aufnahmen nachvollzogen werden, indem gezeigt wird, dass sich Musikerinnen und Musiker durch seine Texte dazu inspirieren ließen, das Fiktive real erklingen zu lassen.
Inhalt:
Klang und Wort - Wechselspiele
I. Murakami als Musikvermittler
1. Die Klänge der Texte
1.1 Stille kann man hören und spüren
1.2 Eine international verständliche Sprache
1.3 Leitfaden durch dieses Buch
2. Der Autor als Sprachmusiker?
2.1 In Text gefasste Improvisation
2.2 Spiel mit Dissonanzen
2.3 Murakamis populäre Musik-Sprache
II. Klingende Wegweiser
1. Weltenbummler: Funktionen der Musik in Murakamis Texten
1.1 Das Heraufbeschwören bestimmter Atmosphären
1.2 Erzählzeit vs. erzählte Zeit
1.3 Das Aufblättern von Bedeutungsebenen
1.4 Hypertextuelle Verflechtungen anhand musikalischer Leitmotive
2. Vom schrägen Pfeifen und schnarrenden Vögeln
2.1 Der Ariadnefaden im Schnabel der diebischen Elster
2.2 Der verstummte Vogel als Prophet
2.3. Fluchtpunkt Realität
3. Tod und Verderben, mit ein wenig Hoffnung
3.1 Janáceks "Sinfonietta" - vermittelnd zwischen Liebe und Tod
3.2 Nicht nur im Hintergrund werden die Fäden gesponnen
3.3 Ein Wegweiser zur utopischen Vereinigung
3.4 Das Idyll des flüchtigen Friedens
III. Erinnerungen verfallen
1. Nostalgisches Irren - die Odyssee Tsukuru Tazakis
1.1 Farbenfrohes Pilgern zwischen den Zeilen
1.2 Tsukurus farbloses Leben
1.3 Perspektivwechsel durch mutiges Interpretieren
2. Das Hirn und seine ungewisse Erinnerung
2.1 Zur Vergegenwärtigung von Vergangenem
2.2 Naturgeräusche und der Bruch einer Idylle
2.3 Ein Gefängnis der Freiheit
2.4 Leben in der Schattenwelt
2.5 Kultur als Ergebnis von Gegensatz-Beziehungen
3. Gedächtnisstützen und Interpretationsspielräume
3.1 With the Beatles
3.2 Musik ist Auslegungssache
IV. Echokammern
1. Zur Bewertung verschiedener Musikstile
1.1 Über gute Musik und abschätzige Beurteilungen
1.2 Hören und Zuhören
2. Rezeptionsgeschichten und Maskenspiele
2.1 Der Autor hinter den Zeilen
2.2 Über Geschmack lässt sich streiten
2.3 Zu neuen Ufern trotz alter Gewohnheiten?
3. Wunschmusik: erfundene Interpretationen und fiktive Kompositionen
3.1 Beethoven führt Charlie Parker durch Südamerika
3.2 The Boy from Ipanema
3.3 Metonymische Verschiebungen und der ferne Geliebte
V. Am eigenen Ich vorübergehen
1. Der Hunger nach kulturellen Gütern
1.1 Wie Musik Leben verändern könnte
1.2 Vom Erfolg verwöhnt, aber nicht satt
1.3. Ideale reflektieren
Fantasievolles Wechselspiel von Worten und Klängen
Anhang
Auswahlbibliografie
Register
