Geschichte der Familie: 20. Jahrhundert

Geschichte der Familie: 20. Jahrhundert

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Vorw. v. Jack Goody

Gebundene Ausgabe
Magnus, Essen, 2005, 332 Seiten, Format: 23,5 cm, ISBN-10: 388400428X, ISBN-13: 9783884004289, Bestell-Nr: 88400428M

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Produktbeschreibung

Dieser letzte Band der Geschichte der Familie konzentriert sich auf die Zeit des 20. Jahrhunderts. Er schließt das umfassende Standardwerk über die Entwicklungen und Veränderungen familiären Zusammenlebens ab. Der Band vervollständigt das komplexe Bild der Familie, das unter dem Einfluß der politischen, ökonomischen, kulturellen und technischen Veränderungen selbst einem vehementen Bedeutungswandel unterworfen war. Für Wissenschaftler und interessierte Laien sind diese vier Bände ein unverzichtbares Kompendium.

Leseprobe:

"it dem Zerfall der deutschen und österreichisch-ungarischen Monarchie, mit Hungerrevolten, politischer Rebellion und radikal-republikanischen Experimenten nach sowjetischem Vorbild in Bayern, Österreich und Ungarn ("Rätebewegung") stand nicht nur die paternalistische Ordnung dieser Staaten, sondern auch die patriarchale Ordnung der Familie auf dem Spiel. Schon 1914, am Vorabend des Zusammenbruchs, und dann 1919, angesichts Hunderttausender Frauen und Kinder, die ihre Ehemänner und Väter über Jahre entbehrt oder auf immer verloren hatten, und angesichts des rapiden Autoritätsverlustes der staatlichen und kirchlichen Obrigkeit sprach der Wiener Psychoanalytiker und Freud-Schüler Paul Federn von einer vaterlosen Gesellschaft. Adorno und Horkheimer nahmen diese Deutung in den fünfziger Jahren auf und erklärten das Dritte Reich in Kategorien der Sozialpsychologie als "übertreibenden Ersatz für eine nicht länger vorhandene Familienautorität". Im Licht von Sigmund Freuds Massenpsy chologie und Ich-Analyse erschien ihnen das Hitlerregime als "das Produkt einer vaterlosen Gesellschaft" (Adorno 1956, S. 127 f.). 1963 fand sich der Topos im Titel eines Buches von Alexander Mitscherlich. Ziehen wir zudem die konservative Rede des 19. Jahrhunderts über die Destabilisierung der Familie durch Industrialisierung und Verstädterung in Betracht, verdichtet sich der Eindruck, die von Wissenschaft und Politik wiederholt beschworene Krise der Familie habe mit dem Verschwinden der Männer aus dem täglichen Leben ihrer Frauen und Kinder zu tun: Die Ausbreitung der Lohnarbeit zur kulturell dominanten Arbeitsform bewirkte die räumliche Trennung des privaten Familienlebens von der Erwerbsarbeit der Männer in Ämtern, Büros, Geschäften, Werkstätten und Fabriken und führte zur weitgehenden Anerkennung des bürgerlichen Familienmodells, nach welchem der Mann tagsüber seinen diversen Geschäften nachgeht, während die Frau zu Hause bleibt, den Haushalt führt und die Kinder erzieht. Da Man n und Frau keine gemeinsame Arbeit im Haus mehr verrichten, war das Paar auf intensivierte Kommunikation nach der Arbeit verwiesen; das begünstigte die wechselseitige Wahrnehmung der persönlichen Eigenart und individualisierte die Partner, verlieh ihrer zunehmend privaten und intimen Beziehung mehr Eigenwert, machte sie aber auch anfälliger für Konkurrenz und Störung von "außen". Das bürgerliche Familienmodell sah die Omnipräsenz des Mannes als Oberhaupt, Ernährer, Erzieher und oberste sittliche Instanz des Hauses vor. Doch die bürgerliche Wirtschaftsweise, der Kapitalismus, trennte und entfernte die diversen Geschäfte der Männer und das privatisierte Familienleben als Domäne der Frau voneinander. Die kapitalistische Erwerbsgesellschaft förderte damit die Durchsetzung von Familienleben nach dem bürgerlichen Modell und brachte zugleich dessen permanente Gefährdung hervor.
Der Erste Weltkrieg, erster industrieller Krieg im Zeichen von Maschinen-Waffen und seriellem Töten, stürzte Männe r und Frauen in Tiefe Verwirrung, indem er die kulturelle Differenz der Geschlechter auf die Spitze trieb: Er zwang Millionen Männer, unter ihnen Hunderttausende Ehemänner und Väter, unter Waffen und in die männliche Hierarchie des Militärs, Frauen der Arbeiterklasse in die kriegswichtigen Betriebe, Frauen des Bürgertums in die Lazarette und karitative Organisationen. An den Fronten und in der Etappe führten Todesangst und Gewalt, Entbehrung und Askese zu gewalthaften, ausbeuterischen Sexualpraktiken und Phantasien und steigerten die Polarität der Geschlechter. Die emanzipierte, selbstsichere, berufstätige Frau der zwanziger Jahre in Hosen, mit Kurzhaarschnitt und Zigarette, oft ehefeindlich, manchmal lesbisch, ging aus dieser Entwicklung ebenso hervor, wie die gut verheiratete, karitative bürgerliche Dame; die ledige Bürgers- und Kleinbürgerstochter lenkte ihre Mütterlichkeit auf den Beruf der Lehrerin, Krankenschwester, Kindergärtne

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