Das Ungeborene im Widerspruch

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Der symbolische Schutz des menschlichen Lebens in vivo und sein Fortwirken in einer allopoietischen Strafgesetzgebung und Strafrechtswissenschaft. Dissertationsschrift

Gebunden
Duncker & Humblot, Schriften zum Strafrecht Bd.276, 2015, 967 Seiten, Format: 16,5x24x5,4 cm, ISBN-10: 3428145151, ISBN-13: 9783428145157, Bestell-Nr: 42814515A

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Produktbeschreibung

In den 1970er und 1990er Jahren fand die Debatte um die Abtreibung ihren Weg vor das Bundesverfassungsgericht und ein verfassungsgerichtliches Postulat von der Gleichwertigkeit menschlicher Individuen vorgeblich Eingang in das Gesetz. In Identifizierung des Wertungswiderspruchs mit einem Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz nimmt die Autorin die Debatte wieder auf und fragt nach gewichtigen sachlichen Gründen, welche die Ungleichbehandlungen im prä- und postnatalen Lebensschutz zu rechtfertigen wissen.

Ihre differenzierte Analyse einschlägiger Vorschriften zeichnet (jenseits der Nidationsverhütung) das Bild einer symbolischen Gesetzgebung, die Wertungswidersprüche funktionalisiert, um vom Rechtsgüterschutz abweichende Zielsetzungen verwirklichen zu können. Der Preis, den die Rechtsordnung für diese kurzzeitige Verwirklichung latenter Zielsetzungen zahlt, ist die nachhaltige Beschädigung ihrer von einem autopoietischen Anspruch geprägten Identität. Er wird von ihr erst dann nicht länger zu begleichen sein, wenn sich Gesetz und Verfassungskonkretisierung vom Postulat des gleichwertigen Lebensschutzes transparent zu distanzieren wagen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitende Bemerkungen - Zweierlei Untersuchungsinteressen

2. Die Schwangerschaftsabbruchsentscheidungen des BVerfG - Verfassungsrechtlicher und strafzwecktheoretischer Diskurs

3. Die Formulierung eines Gebots der Wertungswiderspruchsfreiheit - Aus verfassungsrechtlicher und strafzwecktheoretischer Sicht

4. Die Analyse ausgewählter Regelungen rund um den Schwangerschaftsabbruch auf Wertungswidersprüche - Einleitende Bemerkungen

5. Die medizinisch-soziale Indikation des
218a Abs. 2 StGB - Verallgemeinerte Umkehrung von Werten

6. Die Tatbestandslösung des
218a Abs. 1 StGB - Das Etikett der Rechtswidrigkeit

7. Die strafgesetzliche Irrelevanz der Nidationsverhütung - "Verhütung ist Frauensache"

8. Symbolische und allopoietische Strafgesetzgebung - In den Fesseln des Wertungswiderspruchs und Status quo

Literatur- und Stichwortverzeichnis

Autorenbeschreibung

Gloria Berghäuser, geboren 1980 in Gießen, ist Referendarin am Oberlandesgericht München und hat an der Universität Passau Rechtswissenschaft studiert. Dort arbeitete sie bereits während ihres Studiums am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie von Prof. Dr. Werner Beulke, der später auch ihre Promotion betreute. Im Anschluss an das Erste Juristische Staatsexamen im Jahre 2008 setzte sie ihr Engagement zunächst am vorbenannten Lehrstuhl als wissenschaftliche Mitarbeiterin und später für die Kanzlei ihres Doktorvaters als freie Mitarbeiterin fort. Ihre mit »summa cum laude« bewertete Dissertation erfuhr die Unterstützung durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.


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