Argentinien zu Gast in Frankfurt

Am 17. April, auf der derzeit laufenden Buchmesse in Buenos Aires, wurde Argentinien als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse 2010 besiegelt. Das lateinamerikanische Land hatte sich selbst als Ehrengast für die weltweit größte Buchmesse in der Mainmetropole beworben, nicht zuletzt weil das Jahr 2010 für Argentinien als Staat aber auch als Kultur große Bedeutung hat. Im Jahre 1810 erklärte die spanische Kolonie ihre Unabhängigkeit, konnte sie jedoch erst sechs Jahre später in einem Befreiungskrieg tatsächlich durchsetzen.
Der argentinische Buchmarkt freut sich derzeit über eine Erholung nach der argentinischen Wirtschaftskrise im Jahr 2002. Damals stand es schlecht um den Literaturmarkt und seine Verlagshäuser. Mittlerweile freut man sich über Zuwächse: Im Jahr 2008 gab es insgesamt 19.414 literarische Neuerscheinungen in Argentinien, das sind zwar rund 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr, jedoch ist die Gesamtproduktion mit 81,8 Millionen Exemplaren deutlich gestiegen. Innerhalb der letzten sechs Jahre wurde ein Wachstum von 42 Prozent verzeichnet. Nach der Überwindung der regionalen Krise konnte man vor allem durch den Export der hochwertigen argentinischen Literatur Ruhm und Profit auf der ganzen Welt verwirklichen. Obwohl die argentinische Literatur- und Buchbranche die Auswirkungen der gerüttelten Weltwirtschaft spürt, verfallen Verlage nicht in Panik, denn Krisen ist man in Argentinien gewohnt.
Nach den Ländern Mexiko im Jahr 1992 und Brasilien 1994, ist Argentinien das dritte südamerikanische Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Seit 1976 hat die anerkannte deutsche Buchmesse insgesamt 22 Nationen als Ehrengäste geladen. In diesem Jahr folgt Argentinien den Ländern Türkei, Gastland im Jahr  2008 und China, Ehrengast im vergangenen Jahr.
Juergen Boos, der Manager der Frankfurter Buchmesse, wies während der Verkündung auf die lange und große literarische Tradition des diesjährigen Gastlandes hin. Der weltberühmte Schriftsteller Jorge Luis Borges beispielsweise, wurde unter anderem mit Erzählungen wie der „Universalgeschichte der Niedertracht“ und  „Fiktionen“, ebenso wie mit unzähligen anderen prosaischen und lyrischen Werken auf der ganzen Welt berühmt und prägte zusammen mit seinem Landsmann Julio Cortázar die neofantastische Literatur wie kaum ein anderer. Zu den bedeutendsten noch lebenden Autoren Argentiniens zählt César Aira unter anderem bekannt für seinen Roman „Die Nächte von Flores“, ebenso wie die Autorin und Journalistin Claudia Piñeiro die 2005 für Ihren Roman „Las viudas de los jueves“ mit dem hochdotierten argentinischen Buchpreis Premio Clarin geehrt wurde.