Ortrud Grön erklärt warum Träume keine Schäume sind.

Sandra Aglaia am 27. Dezember 2011 um 15:00

Seit Jahrzehnten schreibt Ortrud Grön bereits ihre Träume auf und inzwischen hat sie schon fast 70 Ordner gefüllt. Die Traumforscherin ist heute 86 Jahre alt und hat schon einige in ihrem Leben geträumt. Doch ihr bewegendster Traum war auch gleichzeitig ein erschreckender. Sie schreibt: „Ich betrat meinen Pferdestall, der völlig verwahrlost war. So kannte ich ihn gar nicht. Da stand meine schöne Araberstute Lava und war unglaublich verlaust, ihr Kopf hing, ein trauriger Anblick. Ich war so entsetzt, dass ich aus dem Stall floh. Ich drehte mich noch einmal um, und da brannte der Stall auch schon ab.“
Später verarbeitete sie den Traum zusammen mit einem Psychoanalytiker und stellte fest, dass ihre Gefühle geradewegs verkümmerten und ihre ganze Vitalität sozusagen wie verlaust war. Daraufhin begann sie damit, sich intensiv mit ihren eigenen Träumen zu beschäftigen. Inzwischen befasst sich die praktizierende Psychotherapeutin seit mehr als 40 Jahren mit Träumen, sie entschlüsselt Traumbilder und erklärt warum wir in unseren Träumen den Schlüssel zu einem glücklichen Leben finden.

In ihrem faszinierenden Buch Ich habe einen Traum erklärt Ortrud Grön die nächtlichen Botschaften unserer Seele. Denn Träume sind ein zentraler Bestandteil des Lebens und stellen für den Träumenden dennoch oft ein unlösbares Rätsel dar. Ortrud Grön beschäftigt sich seit zeigt dem Leser in diesem Buch, dass Träume Gleichnisse sind. Für den, der sie zu deuten weiß, werden sie Quell der Selbsterkenntnis und Anstoß zur Veränderung sein.
In unseren Träumen geht es um die großen Themen des Lebens: Liebe, Freiheit, Selbstverwirklichung, Familie, Sexualität, Tod. Träume machen uns aufmerksam: Was beschäftigt uns gerade, was hindert uns, glücklicher zu sein, wie können wir unsere Probleme lösen? In ihrem autobiografisch geprägten Buch zeigt Ortrud Grön, wie wir lernen können, unsere Träume zu interpretieren. Sie erklärt, warum es so wichtig ist, Träume aufzuschreiben, was das Träumen erleichtert, was es unterdrückt und wie man sich an Träume besser erinnern kann. Anhand von eigenen Träumen und Traumbeispielen ihrer Patienten erläutert sie, wie die nächtlichen Botschaften uns in jeder Lebenssituation einen Weg zu Selbsterkenntnis und Selbsthilfe weisen.

Details über Ortrud Grön und den Umgang mit ihren Träumen zu erfahren Sie in einem Interview auf Brigitte.de.

Lebenshilfe für die Westentasche

Sandra Aglaia am 20. August 2010 um 09:51

In den vergangenen Jahren wurde der Büchermarkt geradezu überschwemmt von Beratern für jede Lebenslage und sämtliche psychischen Verfassungszustände. Psychologische Berater, Beziehungshilfen und spirituelle Ratgeber für größere und kleinere Lebenskrisen sind weder aus den Buchhandlungen noch aus den Bücherregalen vieler Menschen wegzudenken. Über die Qualität einiger dieser Lebenshelfer lässt sich sicherlich streiten, dennoch gibt es einige Klassiker der psychologischen und philosophischen Literatur, die in keinem Bücherregal fehlen sollten.

Der Autor Paul Watzlawick durfte sich mit den Titeln Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe und Philosoph schmücken und schöpfte auch in seinen Werken aus den Tiefen seiner Professionen. In seiner “Anleitung zum Unglücklichsein” bricht er auf ironische Weise mit der hartnäckigen Vorstellung, Sinn des Lebens sei das Streben nach Glück. In Anekdoten und kleinen Geschichten beschreibt Watzlawick auf amüsante Weise die vielfältigen Möglichkeiten den eigenen Alltag unerträglich zu gestalten und trivialen Ereignissen eine außergewöhnliche Bedeutung beizumessen. In diesen Anekdoten erkennt man sich als Leser beizeiten durchaus selbst wieder, so muss man mitunter Schmunzeln, wenn man sich selbst in den Verhaltensweisen wiederfindet, die so unweigerlich zum großen Ziel, dem Unglücklichsein führen.

Jostein Gaarder, ein norwegischer Schriftsteller, erlangte seinen Durchbruch als Autor mit seinem, als Kinderbuch intendierten, doch häufig auch von Erwachsenen gelesenen Roman “Sofies Welt”. Für “Sofies Welt”, erschienen 1991, erhielt er im Jahr 2004 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Doch auch sein Debüt “Das Kartengeheimnis“, das 1990 erschien, wurde ein Jahr nach der Erstveröffentlichung mit dem Preis der norwegischen Literaturkritiker ausgezeichnet. “Das Kartengeheimnis” erzählt die Geschichte dreier Reisen: einer wirklichen nach Griechenland, einer phantastischen auf eine magische Insel und einer gedanklichen in die Philosophie. So werden auf drei verschiedenen  Ebenen ganz unterschiedliche Reisewege beschritten bis man an den grundlegenden Fragen der Philosophie angekommen ist.