Liebeskind Verlag – Cool, lässig und höchst spannend

Christian Ebernickel am 24. Februar 2012 um 11:34

Einer meiner persönlichen Lieblingsverlage ist der Münchener Liebeskind Verlag. Der Verlag ist noch recht jung – er wurde erst 2000 von Hans Liebeskind und Jürgen Christian Kill gegründet. Spezialisiert hat man sich auf zeitgenössische Literatur mit einem Schwerpunkt auf hochwertige Krimis.

Schon für die erste Krimi-Veröffentlichung – “1974″ von David Peace – konnte der Verlag den begehrten Deutschen Krimi Preis entgegennehmen. James Sallis’ Debütroman “Driver” erschien in der deutschen Übersetzung bei Liebeskind und wurde vom dänischen Regisseur Nicolas Winding Refn verfilmt. Der Film wurde im letzten Jahr in Cannes ausgezeichnet und läuft seit Ende Januar in unseren Kinos.

Daneben fördern Hans Liebeskind und Jürgen Christian Kill auch echte Perlen der zeitgenössischen amerikanischen Literatur zutage. Zum Beispiel der Roman “Stimmen der Straße” von Philip K Dick:
Der Autor erlangte als Science-Fiction Autor Berühmtheit, vor allem durch Ridley Scott’s Verfilmung “Blade Runner” und Steven Spielberg’s “Minority Report”, deren Vorlagen beide von Dick stammen.
Doch posthum wurde der 1953 von ihm im Alter von nur 25 Jahren geschriebene Gesellschaftsroman “Stimmen der Straße” veröffentlicht: Dick überführt den Amerikanischen Traum als fatale Illusion und konfrontiert den Leser mit Fragen nach der eigenen Identität. Ein Buch, das einem weitaus älteren Autor zur Ehre gereicht hätte, doch bereits mit 25 Jahren so etwas zu schreiben, grenzt an eine Sensation!

Einige Titel möchte ich schon hier vorstellen, alle bei uns lieferbaren Titel vom Liebenskind Verlag finden Sie hier.

Deine Augen hat der Tod von James Sallis

In seinem früheren Leben war David Agent einer Eliteeinheit, ein Killer im Auftrag des Staates. Nach dem Ende des Kalten Krieges hat er sich eine normale Existenz aufgebaut. Doch als eines Nachts das Telefon klingelt, weiß er, dass man seiner eigenen Geschichte nicht entfliehen kann, egal wohin man geht. Angeblich zieht ein ehemaliger Kamerad eine Blutspur durch Amerika, und nur David kann ihn zur Strecke bringen. Innerhalb von Stunden muss er alles hinter sich lassen, sein Zuhause, seine Frau, seine Zukunft. Der gnadenlose Kampf mit einem Schatten beginnt und eine düstere Odyssee durch die Halbwelt Amerikas, wo Jäger zu Gejagten werden und der Feind zum eigenen Spiegelbild.
In seinem unvergleichlichen Erzählton, der die Rasanz eines tödlichen Duells mit der Melancholie eines Roadmovies verbindet, lässt James Sallis seinen Helden immer tiefer in das amerikanische Herz der Finsternis vordringen, zu einem letzten Showdown mit den Geistern der Erinnerung. [mehr]

Stimmen der Straße von Philip K Dick

Kalifornien, Anfang der fünfziger Jahre. Eigentlich führt Stuart Hadley ein glückliches Leben. Er stammt aus einer wohlsituierten Familie, sein Job bietet gute Perspektiven und seine Frau wird bald ihr erstes Kind zur Welt bringen. Aber Stuart Hadley ist ein Getriebener, unzufrieden mit seinem vermeintlich so vollkommenen Leben. Ständig ist er auf der Suche, ohne zu wissen, wonach. Als er sich mit einer rätselhaften Frau namens Marsha Frazier einlässt, die eine neofaschistische Zeitschrift herausgibt, gerät sein Leben außer Kontrolle. Durch sie lernt Hadley den charismatischen Sektenführer Theodor Beckheim kennen, der ihm helfen soll, endlich zu sich selbst zu finden …
In Philip K. Dicks frühen Gesellschaftsromanen findet sich jene Thematik, die ihn später als Science-Fiction-Autor berühmt machen sollte: die Suche nach Identität in einer trügerischen Welt. So demaskierte er bereits in seinem 1953 abgeschlossenen, erst posthum veröffentlichten Roman “Stimmen der Straße” den Amerikanischen Traum als fatale Illusion, die dunklen, subversiven Mächten das Feld bereitet. [mehr]

Der Elektrische Michelangelo von Sarah Hall

Cyril Parks wächst Anfang des letzten Jahrhunderts an der Nordwestküste Englands auf. Nach dem Tod seiner Mutter wird er als Lehrling von dem Tätowierer Eliot Riley aufgenommen, einem notorischen Trinker und Querulanten, der zugleich ein begnadeter Künstler ist. Bei ihm lernt er alles über die Abgründe des Lebens und die hohe Kunst des Tätowierens. In den dreißiger Jahren verläßt Cyril Parks seine Heimatstadt und schifft sich nach Amerika ein, wo er sich auf Coney Island als “Elektrischer Michelangelo” niederläßt. Auf dem ewigen Jahrmarkt vor den Toren New Yorks, zwischen Freakshows und Achterbahnen, verliebt er sich in die Zirkusakrobatin Grace, die mit einem ungewöhnlichen Auftrag an ihn herantritt…
Sarah Halls von der englischen Kritik gefeierter Roman ist ein atmosphärisch dichtes, virtuos erzähltes Buch voller skuriller Figuren und Begebenheiten, in denen sich das universelle Drama der Menschheit widerspiegelt. [mehr]

Willkommen, Mr. Mackenzie von Neil Bissoondath

Geschichten über Freundschaft und Liebe, über Vergangenheit und Erinnerung: In seinem Roman Willkommen, Mr. Mackenzie zeichnet Neil Bissoondath ein bewegendes Bild des Lebens, humorvoll und hintersinnig, voller Melancholie und Hoffnung.
Alistair Mackenzie, emeritierter Professor für englische Literatur, lebt seit dem Tod seiner Frau allein. Zu seiner Tochter Agnes hat der eigensinnige Witwer ein gespanntes Verhältnis. Als sein Haus bei einem Feuer zerstört wird, ist er jedoch gezwungen, bei ihr und ihrer Familie einzuziehen. Mackenzie hat es nicht einfach, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden, und flüchtet in Erinnerungen an frühere Jahre. In Gedanken läßt er Menschen vorüberziehen, die seinen Weg kreuzten oder sein Leben teilten. Er erinnert sich an seine Schwester, die mit einem Zirkusakrobaten durchbrannte, an seinen Schwager, der hoch über den Wolken auf einem Flugzeugflügel spazierenging, an den Gärtner, der für seinen Nachbarn zum Mörder wurde … und an seine Frau Mary, die er ein Leben lang liebte und beinahe für immer verloren hätte.
Kunstvoll verknüpft Neil Bissoondath verschiedene Episoden zu einem faszinierenden Roman über einen Mann, der alles hinter sich lassen mußte, um endlich bei sich selbst anzukommen. [mehr]

Die Gabe der Geschwindigkeit von Steven Carroll

Im Sommer 1960 lebt der sechzehnjährige Michael nur für einen einzigen Traum. Er möchte ein großer Kricketspieler werden, der beste und schnellste Werfer, den Australien je gesehen hat. Alles, was er braucht, um dem tristen Ort seiner Kindheit zu entfliehen, ist die Gabe der Geschwindigkeit, der eine perfekte Wurf, der ihn berühmt machen wird. So verbissen verfolgt er sein Ziel, dass er kaum mitbekommt, wie die Welt um ihn herum aus den Fugen gerät. Sein Vater plant insgeheim, die Familie zu verlassen, und seine Großmutter enthüllt ein Geheimnis, das sie ihr Leben lang bewahrt hat. Doch dann begegnet Michael Kathleen Marsden, die in einem Heim für elternlose Kinder lebt, und plötzlich erkennt er, dass es noch anderes gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt.
Mit seiner ganz eigenen Erzählweise, die so poetisch und dicht ist wie ein Tagtraum, kreist Steven Carroll immer enger um die Geheimnisse einer Familie und den magischen Augenblick, in dem man seine Kindheit für immer hinter sich lässt. [mehr]

Tokio im Jahr Null von David Peace

Tokio, 1946: die Hölle auf Erden. Die Stadt liegt in Trümmern, ebenso wie die Seelen ihrer Bewohner. Es herrschen Angst und Korruption, niemand ist der, der er zu sein vorgibt. Inmitten der Schuttberge geht ein brutaler Serienmörder um, der junge Frauen missbraucht und erdrosselt. Die Polizei verhaftet schnell einen Verdächtigen, der aber nur einen der Morde gesteht. Inspektor Minami ist gezwungen, ältere Fälle neu aufzurollen, um den Täter zur Strecke zu bringen. Doch dabei verstrickt er sich in einem Netz aus Lügen und nackter Gewalt. Die Machenschaften des organisierten Verbrechens werden für ihn zur tödlichen Gefahr, genau wie die Intrigen innerhalb des Polizeiapparats. Langsam zerfließen die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, und die Taten der Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Denn auch auf Minamis Schultern lastet eine schwere Schuld … [mehr]

Stehle von Andreas Münzner

Als Robert und seine Mitbewohner einen Raum in ihrer WG vermieten wollen, kommt der bescheidene Einzelgänger Stehle auf den ersten Blick gerade recht. Er ist hilfsbereit, ordentlich, ein wenig seltsam vielleicht, aber liebenswert. Doch mit Stehle hält unmerklich noch etwas anderes Einzug, etwas subtil Bedrohliches, eine stille Zerstörungskraft. Erst verschwinden Kleidungsstücke, dann erfolgen Übergriffe auf Roberts Computer, und manchmal machen es sich wildfremde Besucher in der Wohnung bequem. Langsam bemächtigt sich Stehle des Alltags der anderen mit scheinbar unbekümmerten, aber immer dreisteren Grenzüberschreitungen. Roberts schön geordnetes Leben löst sich mehr und mehr in Chaos auf: die Wohngemeinschaft zerbricht, sein Arbeitsplatz geht verloren und schließlich verbündet sich auch noch die Freundin mit Stehle …
Mit einem meisterhaften Sprachsog der Beiläufigkeit beschwört Andreas Münzner die Geschichte einer grotesken Eskalation. Er liefert den Leser an eine aberwitzige literarische Figur aus, einen Fabulierkünstler, Hochstapler und schillernden Sonderling, den man einfach gernhaben muss – solange er nicht vor der eigenen Wohnungstür steht. [mehr]

Das finstere Tal von Thomas Willmann

In einem abgelegenen Tal, eingekesselt von mächtigen Bergen, lebt eine verschworene Dorfgemeinde. Eines Tages kommt ein Fremder namens Greider in die Ebene. Er gibt sich als Maler aus und bittet um Quartier für den Winter. Nach langem Zögern weisen ihm die Dorfbewohner eine Unterkunft im Haus der Witwe Gader zu. Bald schon nach Greiders Erkundungszügen durchs Tal kommt der erste große Schnee und schneidet ihm den Rückweg ab. Das Leben im Dorf kommt langsam zur Ruhe bis eine mysteriöse Todesserie die Leute aufschreckt. Erst verunglückt der jüngste Sohn vom Brenner Bauern, dem heimlichen Herrscher des Tals, beim Holzmachen. Dann wird einer seiner Brüder tot im Mühlbach gefunden …
In “Das finstere Tal” nimmt Thomas Willmann die Erzählmuster der klassischen Heimatliteratur auf und kleidet diese in eine kunstvolle, bildmächtige Sprache. So entsteht ein atmosphärisch dichter, spannender Roman, in dem die Vergangenheit zur Gegenwart wird und eine einfache Rachegeschichte zu außergewöhnlicher Literatur. [mehr]

Literaturverfilmungen im Jahr 2012

Sandra Aglaia am 10. November 2011 um 14:00

Wie ansprechend sich viele gute Bücher auch auf die Leinwand adaptieren lassen, beweist derzeit der Film Zwei an einem Tag nach einem Roman von David Nicholls. Am vergangenen Donnerstag lief die Verfilmung des Bestsellers in den deutschen Kinos an und zog bereits jetzt zahlreiche Besucher in die Filmtheater.

Die romantische Komödie Zwei an einem Tag zeigt Anne Hathaway in der Hauptrolle und handelt von zwei Seelenverwandten, die sich nach einer gemeinsamen Nacht trotz unterschiedlicher Lebensentwürfe nie ganz vergessen können. Emma und Dexter lernten sich bei der Abschlussfeier kennen und machen die Nacht mit einander durch. Am nächsten Tag gehen die beiden wieder ihre eigenen Wege, doch sie fragen sich, wo genau sie an diesem Tag in einem Jahr stehen werden, oder in den darauffolgenden Jahren. Die Wege der beiden kreuzen sich immer wieder, offen bleibt jedoch, ob die beiden sich jemals eingestehen können, dass sie trotz aller markanter Unterschiede für einander bestimmt sind.

Zu Beginn des nächsten Jahres soll dann der Roman Lachsfischen im Jemen von Paul Torday auf der Leinwand erscheinen. Das Buch handelt von Alfred Jones, einem schüchternen Wissenschaftler und Experten auf dem Gebiet der Lachs- und Forellenzucht. Doch bei diesem Projekt stößt sogar Alfred mit seinem fundierten Wissen an seine Grenzen: Für einen steinreichen Scheich soll er ausgerechnet im Wüstenstaat Jemen eine Lachsfarm anlegen. Obendrein mischt sich auch noch die Politik in dieses Vorhaben ein, denn der englische Premierminister sieht in diesem Projekt die Möglichkeit die Medien von den unerfreulichen Nachrichten aus dem Nahen Osten abzulenken.

Das ZDF hat einen weiteren Bestseller auf die Filmrolle übertragen. Mit Tobias Moretti und Jasmin Gerart in den Hauptrollen wurde an Originalschauplätzen in Amsterdam der Roman Und vergib uns unsere Schuld von Claus Cornelius Fischer verfilmt. Der Roman handelt von einem grausamen Verbrechen, dass sich während der Feierlichkeiten zum Königstag in Holland abspielte. Ein zwölfjähriger Junge wird das Opfer eines unheimlichen Mordes. Commissaris Bruno von Leeuwen nimmt die aussichtslos scheinenden Ermittlungen auf. Doch die Suche nach dem Täter konfrontiert den eigenwilligen Beamten mehr und mehr auch mit einem dunklen Geheimnis seiner eigenen Ehe. Erst als ein zweiter Mord geschieht, führen ihn Spuren zu dem besessenen Anthropologen Josef Pieters, der sein Leben der Erforschung eines aussterbenden Kannibalenstammes in Papua-Neuguinea gewidmet hat. Doch während der Commissaris die Schlinge um den für den Nobelpreis nominierten Wissenschaftler immer enger zusammenzieht, kommen ihm plötzlich Zweifel an den eigenen Beweisen…

Der Roman Vergib uns unsere Schuld von Claus Cornelius Fischer ist bei Arvelle auch als Hörbuch erhältlich!

Auch der Bestseller Ruhm von Daniel Kehlmann wurde zum Film adaptiert und soll kommenden März in den Kinos erscheinen. Ein vielversprechendes Ensemble um Senta Berger, Heino Ferch und Matthias Brandt hat sich vor der Kamera versammelt, um Kehlmanns neun Geschichten über die Leben unterschiedlichster Individuen und ihrer Wege, die sich immer wieder kreuzen, auf die Leinwand zu bringen. Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege in Kehlmanns Episoden zwischen Wirklichkeit und Illusion.

Eclipse – Bis(s) zum Abendrot

Sandra Aglaia am 5. August 2010 um 12:11

Seit gut zwei Wochen stürmt der neue Kinofilm Eclipse, basierend auf dem Roman von Stephenie Meyer dessen Titel als “Bis(s) zum Abendrot” ins deutsche Übersetzt wurde, die deutschen Kinos. Anlässlich des Kinoerfolges wird auch das Buch zum Film wieder von vielen gelesen und obwohl der Roman eigentlich im Genre Jugendliteratur veröffentlicht wurde, finden sich unter den Anhängern der Twilight-Saga auch viele Erwachsene.

In vier Bänden beschreibt die Autorin Stephenie Meyer die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem einfachen Mädchen Bella und dem atemberaubend schönen Vampir Edward. Edward und seine Vampirfamilie tarnen sich in der kleinen Provinzstadt Forks durch völlige Anpassung, denn ihre wahre Identität muss geheim bleiben. Der Leser begleitet Bella und Edward durch eine gemeinsame Zeit voll Liebe und Angst, Glück und Trauer und viele schwierige Herausforderungen, die das junge Paar auf dem Weg zur Zweisamkeit auf sich nehmen muss. In jedem Band haben die Hauptpersonen große Hürden zu überwinden, wie beispielsweise James, ein Vampirnomade, der auftaucht und Witterung auf Bellas unwiderstehliches Blut nimmt oder gravierende Missverständnisse mit der Vampirfamilie Volturi, ein mächtiger italienischer Vampir-Clan, der große Macht über alle anderen Vampire hat.

Mit ihrer Twilight-Saga hat Stephenie Meyer eine Vampirwelt geschaffen, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellt und ein ganz neues Bild von Vampiren zeichnet. Die Bis(s)-Reihe ist nicht nur für Jugendliche eine lesenswerte Lektüre, sondern fesselt auch Erwachsene von der ersten bis zur letzten Seite der vierbändigen Saga. Neben den Romanen sind auch die offiziellen Bücher zu den Twilight-Filmen ein muss für echte Fans. Im offiziellen Buch zur Verfilmung von  Bis(s) zum Morgengrauen und Bis(s) zur Mittagsstunde erfahren wahre Fans alles über die Dreharbeiten und die Erlebnisse und Erfahrungen der Schauspieler.