Der Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio wurde 1940 in Nizza geboren, hat jedoch die französische Staatsbürgerschaft, ebenso wie die von Mauritius. Als Achtjähriger reiste er mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Afrika. Bei dieser Gelegenheit lernte er auch seinen Vater kennen, einen britischen Tropenarzt, der während des Zweiten Weltkriegs in Nigeria und Kamerun geblieben war. Die Familie begab sich auf eine lange Schiffsreise. Jean-Marie Gustave Le Clézio nutzte die Zeit um seine ersten Geschichten zu schreiben. Vielleicht gehören deshalb für ihn das Reisen und das Schreiben bis heute untrennbar zusammen. Sein Leben lang hat Jean-Marie Gustave Le Clézio die Welt bereist und in verschiedenen Ländern wie Thailand, Nigeria, Mexiko und Panama gelebt. Seine Bücher spiegeln viel von dieser Weltläufigkeit wieder und handeln meist an Orten die in seinem Leben von großer Bedeutung waren.
Nach der Rückkehr der Familie nach Europa und dem Ende seiner Schulzeit studierte er zunächst Englisch in London und Bristol, während er gleichzeitig Französisch unterrichtete. Später studierte er Philosophie und Literatur am Collège littéraire universitaire in Nizza und beendete sein Studium 1964 in Aix-en-Provence. Im Jahr 2008 erhielt Jean-Marie Gustave Le Clézio den Nobelpreis für Literatur.
Der Goldsucher
Auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean verbringt Alexis, der Ich-Erzähler von J.M.G. Le Clézios Roman, seine Kindheit in einer zauberhaften tropischen Landschaft nicht weit vom Meer. Die Mutter unterrichtet die Kinder zu Hause, der Vater, ein Träumer, erklärt ihnen den Sternenhimmel. Doch was so paradiesisch schien, bricht jäh zusammen, als der Vater 1892 mit seinen dilettantischen Geschäften Konkurs macht und ein Zyklon das Land verwüstet.
Revolutionen
Der Roman Revolutionen ist vielleicht der persönlichste Roman von Jean-Marie Gustave Le Clézio. Er enthält wichtige Stationen seines Lebens, wie Nizza, London, Mexiko, Mauritius. Der fünfzehnjährige Jean Marro hängt sehr an seiner Tante Catherine, denn sie ist für ihn der Schlüssel zur lebendigen Vergangenheit seiner Familie. Sie erzählt ihm oft vom verlorenen Paradies der Marros und von der Verbindung zu dem Bretonen Jean Eudes Marro, der nach der Französischen Revolution nach Mauritius auswanderte.
Die Gegenwart des jungen Jean ist geprägt vom Algerienkrieg, der Frankreich erschüttert. So flüchtet er schließlich nach London, doch Ruhe findet er erst, nach weiteren Reisen, bei der Algerierin Mariam, mit der er nach Mauritius fährt.
Onithsa
Le Clezio hat seine Kindheit in Afrika verbracht und dort lässt er auch seinen zauberhaften Roman spielen. Der junge Fintan wandert im Alter von 12 Jahren zusammen mit seiner Mutter nach Onitsha in Algerien aus. Obwohl seine Mutter Schwierigkeiten hat sich in der unbeugsamen Kolonialgesellschaft der Fünfzigerjahre zurecht zu finden, findet Fintan Freunde unter den Schwarzen und erlebt mit ihnen wilde Abenteuer in einer geheimnisvollen und archaischen Welt.
Fisch aus Gold
Le Clézio erzählt in diesem Roman die bewegende Geschichte Laïlas, einer illegalen Einwanderin die als kleines Kind geraubt und nach Rabat verkauft wurde. Von ihrer Vergangenheit in ihrer Heimat Marokko, bleiben ihr nur zwei Ohrringe in der Form einer Mondsichel, dem Zeichen ihres Stammes, den Hilal. Nach dem Tod ihrer ersten “Herrin”, die dem Kind eine liebevolle Großmutter war, beginnt Laïlas Flucht, die sie nach Paris führt. Dort taucht sie unter und muss sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Diebstählen durchschlagen um zu überleben. Durch ihre fremdartige Schönheit übt sie eine ungewöhnliche Faszination auf andere aus, findet schnell Kontakt, aber kommt sich auch vor wie ein Fisch, der anderen ins Netz geht.