Paul Torday

Sandra Aglaia am 19. April 2012 um 12:41

Bekannt wurde der britische Schriftsteller Paul Torday bereits mit seinem Debütroman Lachsfischen im Jemen, der im Jahr 2007 veröffentlicht wurde und noch im gleichen Jahr mit dem Bollinger Everyman Wodehouse Prize ausgezeichnet wurde.
Torday studierte am Pembroke College in Oxford Englische Literatur und arbeitete daraufhin über 30 Jahre als Unternehmer im Ingenieurwesen. Nach einigem Zögern erfüllte Paul Torday sich den lang gehegten Wunsch selbst Bücher zu schreiben, als er schon die Mitte 50 erreicht hatte. Seit mehr als 15 Jahren ist Paul Torday selbst leidenschaftlicher Lachsfischer und so liegen Titel und Inhalt seines ersten Romanes Lachsfischen im Jemen scheinbar nahe, der seine Leidenschaft für das Fliegenfischen und sein Interesse für den nahen Osten verbinden. Aus diesen beiden Fäden webt Paul Torday in seinem Debütroman eine politische Satire, die sich um politische Meinungsmache und deren Vollstrecker dreht.
Tordays zweiter Roman, der im Deutschen den Titel Bordeaux trägt, wurde im Erscheinungsjahr 2008 für die Galaxy British Book Awards nominiert.

Bordeaux
Ein Roman in vier Jahrgängen

Frankie Wilberforce ist Anfang dreißig, erfolgreicher IT-Unternehmer und Single, er weiß genau, was er will. Eines Tages lernt er bei einem Ausflug den exzentrischen Landlord Francis Black kennen, zu dem er sofort eine tiefe Verbundenheit spürt. Die Begegnung verändert für ihn alles: Er wird in eine exquisite Gesellschaft von jungen Aristokraten und Hedonisten eingeführt, und schon bald verliebt er sich in eine Frau, in das pralle Leben, vor allem aber in die feine Kunst des Weintrinkens. Kurzerhand verkauft er sein Unternehmen und übernimmt Francis’ spektakulären Weinkeller. Nur drei Jahre später ist Wilberforce ein Wrack … Paul Torday hat mit Bordeaux einen mitreißenden Roman über Obsessionen, Sucht, Loyalität und die unglaubliche Kraft des Zufalls geschrieben.

Charlie Summers
Hector Chetwode-Talbot führt ein traumhaftes Leben. Sein Geld verdient er damit, in exklusiven Restaurants zu speisen und möglichst oft Golf zu spielen oder auf die Jagd zu gehen – dabei überredet er Bekannte und Kollegen, Millionen in dubiose Hedgefonds zu investieren. Vor allem aber sehnt sich der steife Junggeselle nach einer Familie und dem kleinen alltäglichen Glück. Dann platzt Charlie Summers in sein Leben und stellt es auf den Kopf. Kein Wunder, der naive Pechvogel will alles zu Geld machen, was ihm in die Hände fällt, Feingefühl ist für ihn ein Fremdwort, und er drückt nur zu gern ein Auge zu, wenn Delfine zu japanischem Hundefutter verarbeitet werden. Aber so befremdet Hector zunächst auch sein mag: Charlie und er sind Brüder im Geiste. Und auch äußerlich sehen sie sich verhängnisvoll ähnlich …

Karl Ove Knausgård schreibt schonungslos ehrlich über sein Leben

Sandra Aglaia am 12. April 2012 um 15:12

Die schonungslose Offenheit seiner Werke machte Karl Ove Knausgård zum wichtigsten norwegischen Autor seiner Generation. Für sein literarisches Debüt wurde er 1998 mit dem ‘Kritikerprisen’ ausgezeichnet und erhielt damit als erster Autor diesen Preis für ein Erstlingswerk. Im Jahr 2004 folgte dann der Roman Alles hat seine Zeit, der für den Literaturpreis des Nordischen Rates und den International IMPAC Dublin Literary Award nominiert war.
Im Jahr 2009 veröffentlichte Karl Ove Knausgård die ersten drei Romane eines, sechs Bände umfassenden, autobiographisch angelegten Romanprojekts. Der erste Band, mit dem deutschen Titel Sterben, thematisiert die schwierige Beziehung Knausgårds zu seinem Vater und verbindet Erinnerungen aus Kindheit und Jugend des Protagonisten mit essayistischen Gedankenströmen. Das Buch wurde in Norwegen zwar von einem großen Publikum gefeiert, dennoch löste die erbarmungslose Ehrlichkeit des Protagonisten auch kontroverse Diskussionen und großes Aufsehen  bei vielen Lesern aus. Der zweite Band der autobiografischen Reihe trägt im Deutschen den Titel Lieben. Darin erzählt Knausgård vom täglichen Kampf mit dem Alltag, von den Herausforderungen der Erziehung seiner Tochter und vom Leben in einer Familie in der man die eigene Identität mit Klauen verteidigt und die Liebe täglich neu gefunden und definiert werden muss.
Obgleich Knausgård in seiner autobiografischen Romanreihe, das Publikum durch  schonungslose Darstellungen und deren beispiellose Ausführung, sowohl inhaltlich wie auch stilistisch polarisierte, sind seine Werke derzeit zweifelsfrei einzigartig in dem was norwegische Literatur zu bieten hat. Sterben avancierte innerhalb kürzester Zeit zum Bestseller und wurde von den Lesern der Zeitung ‘Morgenbladet’ zum Buch des Jahres gekürt. Außerdem wurde Knausgård dafür mit dem wichtigsten Literaturpreis seines Heimatlandes, dem ‘Brageprisen’ ausgezeichnet.

Sterben
Das eigene Leben offen, schonungslos und radikal zum Gegenstand des Schreibens zu machen – dies ist das Konzept, zu dem sich Karl Ove Knausgård in seinem furiosen, sechsbändigen Romanprojekt entschlossen hat. Radikal ehrlich und mit unglaublicher sprachlicher Kraft nähert er sich in „Sterben“, dem schwierigen Verhältnis zum Vater, das ihn grundlegend geprägt hat.
Als der Vater stirbt und er sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. Während sie das Haus reinigen und die Beerdigung vorbereiten, kommen Erinnerungen hoch. Nach und nach entsteht so das Porträt eines Mannes, über den sich in der Kindheit das Gleichgewicht der Familie definierte und den die beiden Söhne unsäglich zu hassen lernten. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens schon mit den ersten Sätzen ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit.

Alles hat seine Zeit
Ist das, was im Alten Testament geschrieben steht, wirklich passiert? Wie schaut es aus, das Göttliche? Hat es die Engel gegeben? In seinem hymnisch gefeierten Roman stellt Knausgård die großen universalen Fragen und bewegt sich anhand der Geschichte der Engel durch die großen alttestamentarischen Erzählungen: über Kain und Abel, Noah und die Sintflut, über Sodom und Gomorrha, gelangen wir nach einem Zwischenstopp im spätbarocken und schließlich aufgeklärten Europa schließlich auf eine Insel vor der norwegischen Küste – bei einem modernen, schuldbeladenen Menschen, der die Einsamkeit sucht und die überwältigende Schönheit des Lebens findet …

Steven Millhauser –Ein Meister phantastischer Literatur

Sandra Aglaia am 3. April 2012 um 13:00

Während Steven Millhauser in Deutschland eher in kleineren Kreisen bekannt ist, gehört er in seiner Heimat, den USA, zu den erfolgreichsten und bekanntesten Autoren zeitgenössischer Literatur.
Steven Millhauser wurde in New York City geboren und wuchs in Connecticut auf. Nach der Schule studierte er an der Columbia University und schloss dort mit dem Grad eines Bachelors ab. Später wollte Steven Millhauser an der Brown University in Rhode Island promovieren, brach seine Studien jedoch zugunsten seiner Schriftstellerei, die ihn während seiner gesamten Studienzeit begleitete, ab. Ab Mitte der 1980er Jahre lehrte Steven Millhauser an verschiedenen Universitäten als Dozent, arbeitete jedoch während der gesamten Zeit weiter an seinen literarischen Werken.
Die Romane, Novellen und Kurzgeschichten von Steven Millhauser werden der fantastischen Literatur zugerechnet. Für seinen Debütroman Edwin Mullhouse: The Life and Death of an American Writer erhielt er den 1975 den französischen „Prix Médicis Étranger“, 1990 folgte der  World Fantasy Award und 1997 der Pulitzer-Preis für seinen Roman Martin Dressler.

Martin Dressler. Ein amerikanischer Träumer.
New York um 1900. Jeden Tag schießen neue Wolkenkratzer in den Himmel. In dieser Aufbruchstimmung träumt einer vom ganz großen Glück: Martin Dressler, Sohn eines deutschen Auswanderers, hat nur ein Ziel – seinen amerikanischen Traum zu leben. Er arbeitet sich hoch, vom Zigarrenverkäufer zum Liftboy, schließlich zum Hotelmanager. Er steigt ein ins Baugeschäft, eröffnet ein Café, dann ein zweites, eine ganze Kette. Er verkauft und kauft, eröffnet ein Luxushotel, ein zweites und so fort. Er lässt sich verzaubern von zwei Schwestern, die eine hilft ihm bei seinen Unternehmungen, die andere ist geheimnisvoll, sie nimmt er zur Frau. Zuletzt errichtet er das Grand Cosmo, ein Palast so gewaltig und schwindelerregend phantastisch, dass er Martins Glück zu zerstören droht … Martin Dressler ist die glänzend erzählte Geschichte der scheinbar unaufhaltsamen Karriere eines amerikanischen Träumers. Steven Millhauser wurde dafür 1997 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Ein Protest gegen die Sonne

Short Stories 1986 – 2008
Beinahe zehn Jahre nach ihrer letzten Begegnung besucht ein Mann seinen alten Freund Albert. Albert habe, so schrieb er in einem Brief an den Freund, in der Zwischenzeit eine Frau und sein Glück gefunden, man genieße die ländliche Ruhe zu zweit. Ein verwilderter Garten umgibt das Haus, üppig saftige Natur und ein glitzernder Teich – ein idyllischer Ort. Der Besucher ist beeindruckt. Beim Mittagessen endlich lernt er Alberts Frau kennen: Alice ist ein Frosch. Eine Gruppe befreundeter Teenager, gelangweilt, rastlos, voller Sehnsucht. Unter Ahornbäumen warten sie auf eine Eingebung. Sie könnte einfacher nicht sein: Lachen wegen allem und jedem. Sie perfektionieren ihr Lachen, kitzeln sich stundenlang, fordern sich heraus auf Lachpartys. Und keiner kann so virtuos orgasmisch lachen wie Clara Schuler. Doch sie geht zu weit. Offiziell heißt es, sie sei an einer Hirnblutung gestorben. Aber alle wissen: Clara lachte sich zu Tode. In Amerika gefeiert und verglichen mit Kafka, Borges, Cortázar, Calvino, Beckett, Nabokov, Poe, Andersen, Rabelais – und Disney, in Europa bislang wenig bekannt: Steven Millhauser ist ein großartiger Stilist und der vollkommene Meister im Reich der literarischen Phantasie.

Moderne Klassiker von Richard Yates

Sandra Aglaia am 27. März 2012 um 14:00

Seine Karriere als Romancier begann mit Zeiten des Aufruhrs, einem Roman den  er im Jahr 1961 veröffentlichte. Doch eigentlich schrieb Richard Yates schon beinahe sein ganzes Leben lang. Nachdem er im Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Frankreich stationiert war kehrte er 1946 nach New York zurück und begann als Journalist zu schreiben. Später kamen auch Tätigkeiten als Ghostwriter hinzu, unter anderem für den Senator Robert Kennedy. Sein erster Roman wurde in den 1960er Jahren noch reich umjubelt, jedoch gerieten die Werke von Richard Yates im Laufe der 1970er Jahre mehr und mehr in Vergessenheit und das obwohl seine Kurzgeschichten zu den besten des 20.Jahrhunderts zählen und seine Romane häufig mit jenen von Größen wie J. D. Salinger, John Updike und John Cheever verglichen werden.
Der erste Roman von Richard Yates Zeiten des Aufruhrs, der heute als moderner Klassiker der amerikanischen Literatur gilt, wurde im Jahr 2008 erfolgreich vom Regisseur Sam Mendes mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet verfilmt und im Jahr 2009 für mehrere Golden Globe Awards und Oscars nominiert.

Zeiten des Aufruhrs
Im Jahr 1955, in einer Vorstadt nahe New York: Frank und April Wheeler sind ein junges, hoffnungsfrohes und vielversprechendes Paar, er arbeitet in der City, sie widmet sich den Kindern und träumt von einer Schauspielkarriere. Doch zunehmend fühlen sie die beiden dem Druck ausgesetzt, den allgemeinen Erwartungen an eine glückliche Ehe und ein erfolgreiches Berufsleben zu entsprechen. Sie geben sich Illusionen über die eigenen Möglichkeiten hin, träumen von einem Leben in Europa und vom sozialen Aufstieg – und rutschen dabei, ohne es zu bemerken, immer tiefer in die Spießbürgerlichkeit ab. Im unbeirrbaren Glauben an die eigene außergewöhnliche Existenz inmitten von Kleinbürgern verspielen sie ihre tatsächlichen Möglichkeiten und das Leben selbst.

Ruhestörung
John Wilder führt ein erfolgreiches, scheinbar  perfektes Leben: Im trauten Eigenheim wartet eine ihn liebende Frau täglich auf seine Rückkehr aus dem Büro, wo er sich eine vielversprechende Karriere als Anzeigenvertreter aufgebaut hat. Seine Abende verbringt er auf Cocktailpartys und die Wochenenden mit der Familie auf dem Lande. Aber etwas scheint nicht zu stimmen in seinem Leben, und mit der Unzufriedenheit steigt auch sein Alkoholkonsum, bis er eines Abends vor dem Abgrund steht – und seiner Frau telefonisch mitteilt, es sei sicherer für sie, er käme nicht nach Hause. Einer der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts wirft, zusammen mit seinem Leser, einen eindringlichen und unvergesslichen Blick in die dunklen Winkel der Psyche.

Verliebte Lügner
Die Kurzgeschichten von Richard Yates gehören zu dem Besten was in diesem Genre je geschrieben wurde. In diesem zweiten Band mit Short Stories beschreibt Yates schonungslos lakonisch das unausweichliche Scheitern seiner Figuren und erzählt mit einer Mischung aus ergreifender Sympathie und ironischer Distanz vom Leben jenseits des American Dream: Eine vollkommen untalentierte Bildhauerin darf für das Weiße Haus Präsident F. D. Roosevelt in Stein meißeln und kann die Chance ihres Lebens nicht nutzen. Ein unerfahrener GI versucht vergeblich, im Paris der Nachkriegszeit seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Eine junge Prostituierte vergrault durch ihr zwanghaftes Lügen den Mann, den sie liebt.

Patricia Shaw: Die Chronistin Australiens

Sandra Aglaia am 22. März 2012 um 17:25

Erst im Alter von 52 Jahren entschied sich die Australierin Patricia Shaw dazu Bücher zu schreiben und so veröffentlichte sie im Jahr 1989 ihren ersten Roman Südland.  Bevor sie mit dem Schreiben von Romanen begonnen hatte arbeitete Patricia Shaw als Assistentin des Gouverneurs von Queensland und schrieb einige Reportagen und Kurzgeschichten und leitete ab 1983 die Abteilung für ‚Oral History’ in der Parlamentsbibliothek.
Die Romane von Patricia Shaw beschäftigen sich meist mit Familiensagen zur Zeit  der Besiedelung des australischen Hinterlandes, aus diesem Grund konnte Patricia Shaw den Titel ‚Die Chronistin Australiens’ für sich gewinnen. Für ihren Roman Wind des Südens erhielt die Australierin im Jahr 2004 den internationalen Buchpreis ‚Corine’.

Im Land der tausend Sonnen
Im Jahr 1874 macht sich Pastor Beitz mit einigen seiner Landsleute nach Australien auf, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch das erhoffte Paradies gleicht eher einem Dschungel. Als die Gemeinde nach anfänglichen Problemen aufblüht, wird sie plötzlich von einem Neuankömmling bedroht – und nur der eingeborene Seher Tibbaling durchschaut dessen Plan…

Im Tal der Mangobäume
Im Jahr 1878 entbrannt in Brisbane ein heftiger Streit um das Familienerbe zwischen drei ungleichen Brüdern. John, Paul und Duke erben eine Farm. Als Duke eine Hypothek aufnimmt, um das Land Mango Hill zu erwerben erhärten sich die Fronten zwischen den Brüdern. Außerdem eskalieren der Konflikt zwischen Aborigines und den weißen Siedlern. Ein weites Land, das Blutvergießen am Horizont aufsteigen lässt. Dieses Australien-Epos voller Gefahren, heimlicher Leidenschaften und falscher Versprechen verspricht ein mitreißendes Leseerlebnis.

Sterne im Sand
Als Austin Broderick in den Westen Australiens kommt, besitzt er nicht viel mehr als die Kleidung die er am Leib trägt. Mit harter Arbeit und einem eisernen Willen gelingt es ihm, sich eine Existenz aufzubauen. Dreißig Jahre später ist er der stolze Besitzer von Springfield, einer der größten Schaffarmen des Kontinents. Doch sein Erfolg hatte einen hohen Preis …

Kristin Cashore: Tagträumen plus Samen säen plus Lesen ist gleich Schreiben

Sandra Aglaia am 16. Februar 2012 um 12:32

Aufgewachsen ist Kristin Cashore in einer landschaftlichen Idylle im Nordosten von Pennsylvania, zusammen mit drei Schwestern und ihren Eltern. Schon als Kind hat sie ständig gelesen. Das erste was sie in der früh nach dem aufwachen machte war, dass sie ihr Buch vom Nachttisch nahm und las. Sie las sogar während sie Petersieliensamen im Garten säte. Ihre zweithäufigste Beschäftigung war das Tagträumen und ohne es zu wissen hat sich diese Kombination als ideale Voraussetzung für ihre spätere Laufbahn als Schriftstellerin erwiesen.
Mit 18 verließ sie ihre Heimat und studierte unter anderem am Center for the Study of Children’s Literature des Simmons College  in Boston. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete sie in verschiedenen Berufen, beispielsweise als Texterin in einer Werbeagentur und als Lektorin und zeichnete sich schon damals als schriftstellerisches Multitalent aus. Seit ihrem Studium am Simmons College, das sie erst dazu gebracht hatte mit dem Schreiben anzufangen, hat sie nie wieder damit aufgehört, weil sie es nicht kann und weil sie es nicht will. Seit ihrem Studium arbeitet sie ununterbrochen an unterschiedlichen Texten und im Jahr 2008 wurde dann ihr Debütroman unter dem Titel Graceling, im Deutschen Die Beschenkte veröffentlicht. Nur ein Jahr später folgte Kristin Cashores zweiter Roman der mit dem Titel Die Flammende übersetzt worden war. Ein weiterer Roman ist bereits in Vorbereitung und soll im Mai diesen Jahres in den USA veröffentlicht werden.

Weitere Informationen zu Kristin Cashore finden Sie in ihrem Blog, in dem sie bereits nach wenigen Zeilen beweist, welch spannende Geschichten sie zu erzählen hat.

Die Flammende
Wer das Mädchen mit den Haaren wie Feuer einmal gesehen hat, wird sie nie wieder vergessen: Fire übt eine unwiderstehliche Macht auf alle Lebewesen in ihrer Nähe aus. Zudem kann sie in die Gedanken anderer Menschen eindringen – nur nicht in die von Prinz Brigan. Was für ein Mensch ist dieser unnahbare Feldherr, und welche Rolle spielt er im Kampf um den Thron? Fire kann sich dem Netz aus Verschwörungen, das sich um sie herum entspinnt, nicht entziehen. Ebenso wenig wie dem Mann, der so widerstreitende Gefühle in ihr hervorruft …

Die Beschenkte
Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist – sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet: Sie hat die Gabe des Tötens. Nur Bo, der fremde Prinz, scheint keine Angst vor ihr zu haben und ringt beharrlich und mit viel Geduld um ihr Vertrauen. Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Gabe werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten – und zu einem leidenschaftlichen, unabhängigen, innigen, streitenden, liebenden Paar.

Doris Lessing und ihre Romanreihe ‘Kinder der Gewalt’

Sandra Aglaia am 24. Januar 2012 um 14:00

Die britische Schriftstellerin Doris Lessing wurde am 22. Oktober 1919 als Doris May Tayler in Kermanschah im heutigen Iran geboren. Als Tochter eines britischen Kolonialoffiziers und einer Krankenschwester, erlebte Doris Lessing eine schwere und unglückliche Kindheit. Als Doris Lessing sechs Jahre alt war zog sie mit ihren Eltern nach in die britische Kolonie Südrhodesien, im heutigen Simbabwe. Dort besuchte sie eine katholische Klosterschule in der Hauptstadt Salisbury, brach die Schule jedoch mit 14 Jahren ab. In einigen ihrer Werke verarbeitete Doris Lessing ihre Kindheitserfahrungen. Viele Texte der Autorin handeln über das Leben in den britischen Kolonien Afrikas und verarbeiten voller Mitgefühl das inhaltsleeren Dasein vieler britischen Siedler und die trostlose Lage der einheimischen Bevölkerung.
Das literarische Schaffen von Doris Lessing kann in drei Phasen gegliedert werden. In den Jahren 1944 bis 1956 verarbeitete sie das kommunistische Thema, in dem sie radikale Gedanken über soziale Fragen stellt. Daraufhin schrieb sie bis zum Ende der 1960er Jahre Bücher in denen sie psychologische Themen verarbeitete und ab 1970 beschäftigte sie sich mit in dem fünfbändigen Science-Fiction-Romanzyklus Canopus im Argos mit der islamischen Mystik.
Im Jahr 2007 erhielt Doris Lessing den Nobelpreis für Literatur. Die Entscheidung des Komitees kam eher überraschen, da Doris Lessing nicht zu den Favoriten für den Preis zählte. Die Jury begründete ihre Entscheidung vor allem mit dem beeindruckenden Werk Das Goldene Notizbuch, das 1969 veröffentlicht wurde.
In ihrer Romanserie Kinder der Gewalt, die zwischen 1952 und 1969 entstand, thematisiert sie anhand der Protagonistin Martha Quest den Krieg als Symbol und Ausdruck von Gewalt. Geboren kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs durchlebt die Protagonistin den Zweiten Weltkrieg und stirbt schließlich im Chaos eines imaginären Dritten Weltkriegs um die Jahrtausendwende.

Martha Quest
Der erste Band der Romanfolge Kinder der Gewalt

Im ersten Band ihrer Reihe Kinder der Gewalt erzählt Doris Lessing von den stürmischen Jahren im Leben der jungen Martha Quest. Die intelligente und idealistische Titelheldin will sich den Konventionen in der britischen Kolonie in Rhodesien nicht länger beugen und verlässt die Farm ihrer Eltern im afrikanischen Busch, um in der Stadt ein unabhängiges, eigenes Leben zu führen.

Eine richtige Ehe
Der zweite Band der Romanfolge Kinder der Gewalt

Das Buch beschreibt die fünf entscheidenden Jahre der Marha Quest nachdem sie die Farm ihrer Eltern verlassen und geheiratet hat, die Geburt des Kindes, die alles verändernde Kriegseuphorie, die plötzliche, schwärmerische Hinwendung zu Russland und dem Kommunismus und das Zerbrechen schließlich das Zerbrechen ihrer Ehe.

Sturmzeichen
Der dritte Band der Romanfolge Kinder der Gewalt

Der Krieg der in Europa wütet, geht zwar seinem Ende entgegen, doch selbst im entlegenen Rhodesien hinterlässt er seine Spuren: Die einstmals fest gefügte Ordnung, die das Nebeneinander von Siedlern und Eingeborenen scheinbar reibungslos regelte, hat Risse bekommen. Neue Ideen, von den Soldaten aus dem Mutterland, von den im Exil lebenden Intellektuellen mitgebracht, erzeugen eine explosive Aufbruchstimmung.
Martha, ohnehin begeistert von der kommunistischen Idee, findet in dem veränderten politischen Klima und unter den neuen Freunden die Erfüllung, die sie sucht: Sie engagiert sich für das Ideal einer besseren Welt, für den reinen Kommunismus.

Landumschlossen
Der vierte Band der Romanfolge Kinder der Gewalt

Der zweite Weltkrieg ist beendet, doch das erleichterte Aufatmen, die erhoffte Wende findet nicht statt: Der Krieg hat zerschlagen was an Wertvorstellungen vorhanden gewesen war, und neues ist nicht in Sicht.  In diesem Roman erzählt Doris Lessing von Martha Quests Sehnsucht nach Rettung aus ihrem sinn- und ziellosen Leben auf der vom tosenden Meer umspülten Felseninsel.
Die einzige Hoffnung, die sie in sich hat, liegt in der Vorstellung einer Reise in die zweite Heimat, nach England, wohin sie etwas begleiten wird, das ihr die Pforten der Wahrheit öffnet: Aufzeichnungen des Thomas Stern, ihres ehemaligen Geliebten, der die Realität nicht ertrug und verrückt wurde.

Rebecca – Ein Klassiker von Daphne DuMaurier

Sandra Aglaia am 20. Dezember 2011 um 14:00

Das Musical Rebecca feierte am 8. Dezember in Stuttgart eine umjubelte Deutschlandpremiere. Die 1800 Zuschauer würdigten das Stück mit tosendem Applaus und waren von den hochkarätigen Schauspielern begeistert. Zudem beeindruckt das Stück mit einem prachtvollen Bühnenbild, der visuellen und technischen Opulenz sowie dem absoluten Highlight, der brennenden Treppe von Schloss Manderley. Publikum und Kritiker sind sich einig, dass ein solch packendes Musical voller Spannung und großer Gefühle bisher selten auf einer deutschen Bühne zusehen waren. Noch bis zum Sommer des nächsten Jahres wird das Musical Rebecca im Stage Palladium Theater in Stuttgart aufgeführt.
Die Vorlage für das Musical lieferte die englische Schriftstellerin Daphne DuMaurier mit ihrem Roman Rebecca im Jahr 1938. Als Tochter eines Schauspielers wuchs Daphne wohlbehütet mit ihren Schwestern in London und Paris auf. Bereits im Alter von 21 Jahren veröffentlichte ein angesehener Verlag ihren ersten Roman Der Geist von Plyn, der ihr den ersten Ruhm einbrachte. Größere Berühmtheit erlangte sie durch die erfolgreichen Romane Gasthaus Jamaica und Rebecca, die von dem Regisseur Alfred Hitchcock verfilmt wurden. Im Jahre 1952 veröffentlichte DuMaurier die Kurzgeschichte Die Vögel, die als Vorlage für den gleichnamigen Film von Alfred Hitchcock diente.

Rebecca
von Daphne DuMaurier

Die Erzählerin, eine schüchterne Gesellschafterin, lernt den wohlhabenden Witwer kennen Maxin kennen. Nachdem die beiden geheiratet habe ziehen sie auf den alten englischen Herrensitz Manderley. Der Familiensitz trägt noch immer die Handschrift der verstorbenen ersten Ehefrau Maxins, mit dem Namen Rebekka. Langsam entsteht aus der Vergangenheit auftauchend, das Bild jener geheimnisvollen Frau. Eines Tages gesteht Maxim seiner Frau, dass er Rebecca im Affekt erschossen hat, da sie ein Kind von ihrem Vetter erwartete, doch die neue Ehefrau steht weiterhin zu ihm. Im Laufe der Zeit legt sich jedoch der Schatten der ermordeten Ehefrau über die kürzlich Vermählten, der der großen Liebe zum Verhängnis zu werden droht.
Rebecca ist ein Generationenbuch, das sowohl als Romanze wie auch als Krimi angelegt ist und weniger romantischer Liebe als vielmehr die Machtverhältnisse innerhalb einer Ehe behandelt.

Romane und Erzählungen von Memo Anjel

Sandra Aglaia am 29. November 2011 um 14:00

Der Schriftsteller Memo Anjel wurde 1954 in Medellin in Kolumbien geboren. Er stammt aus einer Familie sephardischer Juden und nimmt diese Thematik auch immer wieder in seine Romane und Erzählungen auf. Er sucht Antworten auf die Frage was es in seiner Assimilationsgesellschaft bedeutet ein sephardischer Jude zu sein.

Neben der Arbeit an seinem schriftstellerischen Werk ist Memo Anjel als Hochschulprofessor für soziale Kommunikation tätig und schreibt zudem eine  erfolgreiche Kolumne für eine Tageszeitung. Im Jahr 2005 war Memo Anjel im Rahmen des Künstlerprogramms DAAD ein Jahr lang in Berlin. Kurze Zeit später ging er mit seinem Roman Das meschuggene Jahr auf eine sehr erfolgreichen Lesereise. Heute zählt Memo Anjel zu den wichtigsten und bekanntesten kolumbianischen Schriftstellern.

Mindeles Liebe

In diesem Roman erzählt Memo Anjel die Geschichte von einer sephardischen Großfamilie, deren Leben um einen Esstisch herum stattfindet, an dem sich die Familie immer wieder trifft. Sprechend und schweigend, streitend und versöhnend setzen sich die Familienmitglieder an diesem Esstisch mit dem täglichen Leben auseinander.Zum Leitthema des Romans wird jedoch die Liebe in ihren unterschiedlichen Formen und Ausprägungen, von denen jede einzelne ganz unterschiedlich ist: Es gibt die stille Liebe und die vergebliche Liebe, die betrogene Liebe und die geträumte Liebe, die unerfüllte Liebe und die Liebe zu den Kindern. Und es gibt die Liebe zwischen Mindele und Chaim, eine Liebe die so zart ist, dass sie gar nicht wahr zu sein scheint, doch sie ist es.

Geschichten vom Fenstersims
Erzählungen

Die Geschichten vom Fenstersims sind letztlich schlicht Beobachtungen aus dem alltäglichen Leben. Auf seinen Expeditionen durch die Großstadt findet Anjel das Glück, von dem er selbst behauptet, dass es in den unmöglichsten Situationen seine Fallen auslege. In diesem Band mit Erzählungen und Kurzgeschichten erzählt er absurde Geschichten aus einer Stadt, die den Menschen geradewegs „dazu zwingt, sich Fragen zu stellen“.
Mit ihrem skurrilen Verhalten stellen Memo Anjels Protagonisten das wohlgeordnete Leben der Nachbarschaft auf den Kopf. Mit einem Mal fallen sie im Wortsinn aus dem Rahmen, wenn sie ihre Wohnung nur noch durch das Fenster verlassen oder bewaffnet nächtliche Patrouillen im Hausflur unternehmen.
Memo Anjel ist ein Meister darin, von kleinen Ereignissen zu berichten, die ins Surreale kippen, und von den Dingen zu erzählen, die da sind, auch und gerade weil man sie nicht sieht. Er präsentiert phantastische Ansichten über ein Stadt, die immer in Bewegung ist, die erscheint und wieder verschwindet und er erzählt von den zwanghaften Handlungen der Großstädter in Zeiten der Einsamkeit.

William Boyd und die Frage nach der Identität in der modernen Gesellschaft

Sandra Aglaia am 3. November 2011 um 00:46

In seinen Romanen thematisiert William Boyd häufig die Doppelbödigkeit unserer Existenz und wie labil unser Leben doch tatsächlich ist. Bereits kleine Zufälle können unsere Existenz grundlegend verändern, auch wenn wir uns diese Tatsache im Alltag keineswegs bewusst machen.
Der Schotte wurde in Ghana geboren und erlebte dort auch seine Kindheit. Im Alter von 9 bis 17 Jahren ging er auf eine Privatschule in Schottland, verbrachte aber dennoch die Ferien regelmäßig zusammen mit seinen Eltern in verschiedenen afrikanischen Ländern. Die Erfahrungen die er in Afrika machte, unter anderem auch in Nigeria, während des Biafrakrieges, beeinflussten sein schreiben enorm. Nach der Schule studierte er Französisch in Nizza, Philosophie und Englisch an der Universität Glasgow und am Jesus College in Oxford, wo er mit einer Arbeit über Shelley promovierte. In Oxford dozierte Boyd später selbst zeitgenössische Literatur am St.-Hilda-College. Zu dieser Zeit veröffentlichte er auch seinen ersten Roman Unser Mann in Afrika, der mit zwei wichtigen englischen Literaturpreisen geehrt wurde.

Unser Mann in Afrika
Morgan Leafy ist Botschaftssekretär Ihrer Majestät im westafrikanischen Kinjanja. Er soll die kulturelle Souveränität der ehemaligen Kolonialherren repräsentieren. Doch Morgan ist nicht gerade ein diplomatisches Naturtalent: Hoffnungslos verfängt er sich in den Fallstricken der korrupten Lokalpolitik. Die zarte Romanze mit Priscilla, der attraktiven Tochter seines Chefs, findet ein rasches Ende, und dann taucht auch noch eine Leiche auf, die Morgan partout nicht wieder loswird.

Einfache Gewitter
Von einer Sekunde auf die andere muss der angesehene Klimatologe Adam Kindred auf Durchreise in London untertauchen. Jeder Weg zu seinem früheren Leben ist versperrt. Kontakt zur Familie ist nicht möglich, Kreditkarte und Mobiltelefon sind außer Betrieb und das Hotelzimmer ist außer Reichweite. Nur Stunden zuvor hatte er in einem kleinen italienischen Restaurant in Chelsea Philip Wang kennengelernt, den Chef-Entwickler des Pharmakonzerns Calenture-Deutz. Als er ihn wenig später in seinem Apartment aufsucht, um einen vergessenen Ordner vorbeizubringen, findet er einen sterbenden Mann vor. In Panik flieht Adam, denn sämtliche Indizien sprechen gegen ihn. Er muss nun, wie tausend andere in Londoner Untergrund, im Verborgenen leben. Schnell hofft er, seine Unschuld zu beweisen, doch dabei ahnt er nicht, welchen Mächten er gegenübersteht.

Ruhelos
Was geschieht, wenn sich alles, was man über seine Mutter zu wissen glaubte, plötzlich als Trugbild erweist? In dem langen heißen Sommer 1976 erfährt Ruth Gilmartin die ganze Wahrheit über ihre Mutter Sally: Dass sie Eva Delektorskaja heißt. Dass sie eine russische Emigrantin ist. Dass sie im Krieg als Spionin gearbeitet hat. Und dass ihr Leben bedroht ist. Ans Telefon geht sie nur nach vereinbartem Klingelsignal und das Haus verlässt sie im Rollstuhl, obwohl sie laufen kann. Wie gut können wir einen Menschen kennen? Diese Frage stellt William Boyd in diesem gnadenlosen Spionagebestseller.