Historische Romane
Sandra Aglaia am 9. September 2010 um 10:22Historische Romane erfreuen sich unter Lesern nach wie vor besonders großer Beliebtheit. Diese fiktionalen Prosawerke handeln entweder von fiktiven Charakteren oder auch von historischen Personen in der Vergangenheit. Besonders gelungene historische Romane benutzen den historischen Schauplatz nicht nur als Kulisse sondern stellen auch soziale Aspekte und Eigentümlichkeiten der vergangenen Zeit heraus. Für viele Leser liegt genau darin der Reiz eines historischen Romans. Nichtsdestoweniger kommt es in den meisten historischen Romanen zu mehr oder minder stark ausgeprägten Anachronismen, bei denen sich aus der Zeit des Autors stammende Gedanken, Gefühle und Sprechweisen in die historische Umgebung des Romans einschleichen.
Zu den berühmtesten und beliebtesten Autoren historischer Romane zählen unter einer Vielzahl anderer Umberto Eco, Noah Gordon, Bernard Cornwell, Ken Follett und Rebecca Gablé.
Der Name der Rose
von Umberto Eco
Mit seinem ersten Roman landet Umberto Eco bereits einen Welterfolg, der als Klassiker in den literarischen Kanon eingeht. Sein mehrschichtiger historischer Kriminalroman handelt im Jahre 1327 in einer italienischen Benediktinerabtei und von den mysteriösen Morden, die in ebendieser geschehen. Vor dem historischen Hintergrund eines Streites zwischen dem Pabst und den Mönchsorden, zeichnet Eco ein vielschichtiges und ein lebendiges Bild des späten Mittelalters mit seinen politischen, sozialen und religiösen Konflikten, das er mit zahlreichen Anspielungen auf die Gegenwart versetzt.
Die Päpstin
von Donna Woolfolk Cross
Der historische Roman aus dem Jahre 1996 greift die Geschichte der legendären Päpstin Johanna auf. Dabei schafft die Autorin eine Synthese aus den überlieferten Rahmendaten und einer fiktiven Geschichte über die Legende einer Frau die den Papstthron besteigt. Im bitterkalten Winter des Jahres 814 kommt Johanna als Tochter einer heidnischen Frau und eines Dorfpriesters zur Welt. Sie wächst zu einer modern anmutenden und intelligenten jungen Frau heran. Durch ihren Bildungsrang jedoch muss sie sich in der patriarchalischen Gesellschaft permanent verstellen und als Mann ausgeben. Es gelingt ihr ins Kloster aufgenommen zu werden und eine hervorragende Ausbildung in der Medizin zu erlangen. Kurz darauf wird sie zum Leibarzt des Papstes konsultiert und findet sich wenig später, durch eine Verkettung an Zufällen selbst auf dem Papstthron wieder.

