Lebenshilfe für die Westentasche

Sandra Aglaia am 20. August 2010 um 09:51

In den vergangenen Jahren wurde der Büchermarkt geradezu überschwemmt von Beratern für jede Lebenslage und sämtliche psychischen Verfassungszustände. Psychologische Berater, Beziehungshilfen und spirituelle Ratgeber für größere und kleinere Lebenskrisen sind weder aus den Buchhandlungen noch aus den Bücherregalen vieler Menschen wegzudenken. Über die Qualität einiger dieser Lebenshelfer lässt sich sicherlich streiten, dennoch gibt es einige Klassiker der psychologischen und philosophischen Literatur, die in keinem Bücherregal fehlen sollten.

Der Autor Paul Watzlawick durfte sich mit den Titeln Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe und Philosoph schmücken und schöpfte auch in seinen Werken aus den Tiefen seiner Professionen. In seiner “Anleitung zum Unglücklichsein” bricht er auf ironische Weise mit der hartnäckigen Vorstellung, Sinn des Lebens sei das Streben nach Glück. In Anekdoten und kleinen Geschichten beschreibt Watzlawick auf amüsante Weise die vielfältigen Möglichkeiten den eigenen Alltag unerträglich zu gestalten und trivialen Ereignissen eine außergewöhnliche Bedeutung beizumessen. In diesen Anekdoten erkennt man sich als Leser beizeiten durchaus selbst wieder, so muss man mitunter Schmunzeln, wenn man sich selbst in den Verhaltensweisen wiederfindet, die so unweigerlich zum großen Ziel, dem Unglücklichsein führen.

Jostein Gaarder, ein norwegischer Schriftsteller, erlangte seinen Durchbruch als Autor mit seinem, als Kinderbuch intendierten, doch häufig auch von Erwachsenen gelesenen Roman “Sofies Welt”. Für “Sofies Welt”, erschienen 1991, erhielt er im Jahr 2004 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Doch auch sein Debüt “Das Kartengeheimnis“, das 1990 erschien, wurde ein Jahr nach der Erstveröffentlichung mit dem Preis der norwegischen Literaturkritiker ausgezeichnet. “Das Kartengeheimnis” erzählt die Geschichte dreier Reisen: einer wirklichen nach Griechenland, einer phantastischen auf eine magische Insel und einer gedanklichen in die Philosophie. So werden auf drei verschiedenen  Ebenen ganz unterschiedliche Reisewege beschritten bis man an den grundlegenden Fragen der Philosophie angekommen ist.

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