Siegfried-Unseld-Preis an Amos Oz und Sari Nusseibeh

Sandra Aglaia am 26. Juli 2010 um 11:29

Der Siegfried-Unseld-Preis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an den israelischen Schriftsteller Amos Oz und den palästinensischen Autor Sari Nusseibeh. Am Donnerstag verkündete der Suhrkamp Verlag die beiden Gewinner. Mit der Vergabe des Preises an die beiden Schriftsteller soll vor allem auch ihr Engagement zur Versöhnung der beiden Nationen geehrt werden.

Der Siegfried-Unseld-Preis, ein internationaler Wissenschafts- und Literaturpreis, wird seit 2004 alle zwei Jahre zu Ehren eines Verlegers des Suhrkamp Verlages vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert. Der Preis wurde anlässlich seines 80.Geburtstags von der Siegfried-Unseld-Stiftung ins Leben gerufen und wird in diesem Jahr am 28. September, dem Geburtstag des langjährigen Suhrkamp-Verlegers, vergeben. Der Verleger verstarb im Jahr 2002 im Alter von 78 Jahren. Zu seinen Trägern gehörte bereits Peter Handke (2004), Inger Christensen (2006) und Bruno Latour (2008).

Amos Oz ist neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller auch der Mitbegründer der Organisation zur politischen Friedensbewegung mit dem Namen „Peace Now“. In der Literatur wird Amos Oz vor allem für seine besonders präzise Beobachtungsgabe und sein außergewöhnliches Sprachgefühl hoch geschätzt.  Zu literarischem Ruhm gelang Amos Oz vor allem durch seine Romane, zu deren berühmtesten das Werk Nenn die Nacht nicht Nacht zählen und der Briefroman Black Box zu zählen sind. Seine stets reflektierte Auseinandersetzung mit dem Konflikt im Nahen Osten und seine persönlichen Erfahrungen, die er mit sprachlicher Exzellenz aufs Papier übertrug, machten ihn zu berühmtesten israelischen Schriftsteller. Die Auszeichnung erhält Amos Oz für sein Werk Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, erschienen 2004 im Suhrkamp Verlag.

Sari Nusseibeh ist ein palästinensischer Philosoph und Politiker. Er gründete 2003 eine Friedensinitiative namens „Peoples’ Campaign for Peace and Democracy“, deren Kernforderungen der Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967, die Gründung eines palästinensischen Staates im Gazastreifen und Westjordanland und der Verzicht der Palästinenser auf ein Rückkehrrecht sind. Er plädiert dafür, Jerusalem soll als „offene Stadt“ Hauptstadt beider Staaten sein. Im Jahr 2008 veröffentlichte er seine Autobiographie Es war einmal ein Land. Ein Leben in Palästina, für die er in diesem Jahr den Siegfreid-Unseld-Preis zur Hälfte erhält.

„Die beiden Bücher erzählen, mit Blick über die Trennmauer hin zum anderen, die Geschichte des eigenen Volkes.“ erklärte die Jury.

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