Monatsarchiv für April 2010

Bücherwürmer kaufen 400 Millionen Bücher

Christian Ebernickel am 12. April 2010 um 12:59

Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Konsumenten behauptet sich das Buch trotz starker Konkurrenz durch Fernsehen und Computer. Sage und schreibe 400 Millionen Bücher hätten die Deutschen laut GfK im letzten Jahr gekauft und damit sogar im Krisenjahr 2009 dem Buchmarkt ein Umsatzplus von 2% beschert.

Dieser Zuwachs erstaunt nicht nur vor dem Hintergrund des von Konsumzurückhaltung geprägten Jahres 2009, sondern noch viel mehr, wenn man bedenkt, wie häufig in den Medien vom Buch auf Papier als einem Relikt der Vergangenheit berichtet wird. E-Book hin oder her, das klassische Buch hat nach wie vor eine riesige Fangemeinde.  Schaut man sich die Verteilung der Buchverkäufe über die Altersklassen an, finden sich nämlich weitere interessante Fakten: Die Käufe der jüngeren Kundengruppen (10-19 Jahre bzw. 20-29 Jahre) haben einen konstanten Anteil am Gesamtvolumen behauptet. Gerade die jungen Kunden, die sich zum Teil nicht einmal an eine Welt ohne Internet erinnern können, bleiben dem Buch treu, obwohl sie wie keine andere Generation online vernetzt sind.

Vielleicht liegt einer der Erfolgsfaktoren des klassischen Buches ja gerade in seinem fehlenden Online-Zugang. Mit einem Buch verbrachte Freizeit ist Offline-Zeit und eröffnet damit in Zeiten ständiger Erreichbarkeit über Online-Kommunikationswege ganz gezielte Rückzugsmöglichkeiten für den Einzelnen.

Zur Pressemitteilung der GfK

Herr Lehmann kehrt zurück: «Neue Vahr Süd» wird verfilmt

Christian Ebernickel am 9. April 2010 um 11:45

Gute Neuigkeiten für alle Freunde von Herrn Lehmann. Sven Regeners zweites Buch «Neue Vahr Süd» wird von der ARD verfilmt.

Mit seinem Buch «Neue Vahr Süd» beleuchtet Sven Regener die Jugend des Herrn Lehmann im Bremen der frühen 80er Jahre. Das Erwachsenwerden stellt sich für Herrn Lehmann als ein Kampf zwischen Wehrdienst und der eigenen Orientierungslosigkeit dar. Obwohl es durchaus ernste Untertöne gibt, und das Buch sich keineswegs für Bundeswehr-Klamauk hergibt, blieb Regener seinem Herrn Lehmann treu und inszeniert einen Entwicklungsroman mit viel Platz zum Schmunzeln und Lachen. Fazit: Erwachsenwerden ist schwierig, häufig schmerzhaft, manchmal tragisch, doch nie hoffnungslos und birgt so manche Überraschung.

Der ARD bleibt zu wünschen, dass sie bei der Verfilmung der «Neuen Vahr» ein ähnlich gutes Händchen und feines Gespür für den Stoff zeigt, wie es Leander Haußmann bei der Verfilmung des «Herrn Lehmann» demonstriert hat. Wenn dies gelingt, darf man sich Ende des Jahres auf den Fernsehfilm freuen.

Zur Meldung bei Zeit Online

Sind E-Books Umweltsünder?

Christian Ebernickel am 8. April 2010 um 15:21

Einen interessanten Vergleich zwischen konventionellen Büchern aus Papier und E-Books hat die französische Unternehmensberatung Carbone 4 vorgestellt. Die Studie zur Ermittlung der CO2-Belastung bei der Herstellung von Büchern bzw. E-Books wurde von der französischen Hachette-Verlagsgruppe in Auftrag gegeben und hat Erstaunliches zutage befördert:

Schätzungsweise 250 kg CO2 würden bei der Produktion eines E-Book-Readers anfallen. Dem steht gerade einmal ein Kilogramm CO2 für die Herstellung eines durchschnittlichen Buches gegenüber. Die Franzosen würden im Schnitt 16 Bücher pro Jahr lesen und müssten demnach ihren Reader wenigstens 15 Jahre lang nutzen, bevor die CO2-Bilanz ausgeglichen ist.

In dieser einfachen aber so schön plakativen Gegenüberstellung fehlt natürlich noch, dass der Betrieb der Serveranlagen zum Download der E-Books ebenfalls CO2 freisetzt – genauso wie der Transport des gedruckten Buches zum Leser.

Dennoch ist es wohl utopisch anzunehmen, dass ein E-Book-Reader eine Nutzungsdauer von mindestens 15 Jahren hat. Damit fällt der CO2-Vergleich klar zugunsten des Buches auf Papier aus.

Mehr Infos und Links bei Carbone 4 (in französischer Sprache)

Der Bookworm: 15.000 km Bücherregal

Christian Ebernickel am 7. April 2010 um 18:01

Bookworm BücherregalSo lang ist die Strecke, die sich ergeben würde, wenn man alle Bookworm-Regale, die bislang verkauft wurden, aneinanderlegen würde. Über diese Zahl bin ich in der Zeitschrift brand eins gestolpert. Da gab es nämlich einen spannenden Artikel über die Firma Kartell aus Italien. Kartell produziert seit den 60er Jahren Möbel aus Kunststoff. Angefangen hatte alles mit einem Stuhl, übrigens dem ersten Stuhl aus Plastik in der Möbelgeschichte. Seit einigen Jahren gibt es auch das Bookworm-Regal, das aus flexiblem Kunststoff gefertigt wird. Das Regal ist in verschiedenen Längen und Farben erhältlich und kann ganz individuell zurechtgebogen werden. Die Preise sind zwar nicht günstig, für ein Design-Regal aber sehr moderat: Das kurze Variante (320 cm) kostet rund 250 Euro und der längste Bookworm mit 820 cm Länge liegt bei etwa 640 Euro im Markt.

Die Zahl von 15.000 km Designer-Bücherregal finde ich wirklich beeindruckend: Wenn man von einer durchschnittlichen Regallänge von 600 cm ausgeht, hätte Kartell rund 2,5 Millionen Bookworm-Regale an die Bücherwände dieser Welt verteilt. Das sind sicher nicht die Zahlen, die IKEA mit dem Billy-Regal erreicht, aber für einen mittelständischen Möbelhersteller ist das eine gehörige Hausnummer. Naja, vielleicht hat der Geschäftsführer von Kartell gegenüber der brand eins ein wenig aufgerundet…

Der Top-Job für 2010: BuchhändlerIn

Christian Ebernickel am 6. April 2010 um 17:33

Ein wenig habe ich mir ja die Augen gerieben, als ich gelesen habe, dass laut des Jugendmagazins Bravo der Beruf des/der Buchhändlerin der coolste Top-Job 2010 ist: http://twitpic.com/1bcbwz

Noch vor Kurzem gab es in der Branchenpresse großes Gejammere angesichts des Unwillens der Schulabgänger die Ausbildung zum/zur BuchhändlerIn anzutreten. Im letzten September titelte das Börsenblatt (das Branchenmagazin des Buchhandels) gar “Auf der Liste der gefährdeten Arten” und trug den Beruf des Buchhändlers zu Grabe.

Und nun das? BuchhändlerIn als der Top-Job des Jahres 2010? Was ist passiert? Ist der Beruf plötzlich so viel cooler geworden? Oder hat das Börsenblatt in der Bravo etwa Werbung für den Ausbildungsberuf gemacht? Torsten Casimir hat ja in seinem oben genannten Artikel “fett finanziertes Marketing” gefordert. Wenn jemand aus der Branche der Aufforderung nachgekommen sein sollte, bleibt nur sagen: Glückwunsch, das hat geklappt. :-)

Tipp für Leseratten: Das Büchereule-Forum

Christian Ebernickel am 4. April 2010 um 08:49

143 ungelesene Bücher im Regal und trotzdem keine Ahnung, welches Du als Nächstes lesen willst? Oder ist Dir der Lesestoff völlig ausgegangen, und Du freust Dich schon auf den nächsten Bücherkauf? Es steht bloß eine Frage im Raum: Welches Buch soll ich denn kaufen?

Dann solltest Du vielleicht einmal das Büchereule-Forum besuchen. Soweit ich weiß, handelt es sich um die größte deutschsprachige Literatur-Community. Du findest dort unglaublich viele – und wirklich gute – Rezensionen zu allen möglichen Büchern. Ich habe mir dort schon selber so manche Anregung für das nächste Buch zum Lesen geholt.

Die große Mitgliederzahl hat aber noch einen weiteren wichtigen Vorteil: Auch wenn Du exotische Bücher suchst oder Dich vielleicht nur noch fragmentarisch an ein Buch erinnerst, dass Du vor vielen Jahren einmal gelesen hast, können die Büchereulen häufig weiterhelfen. Die Chancen auf einen Menschen zu treffen, der das gleiche Buch gelesen hat und sich noch an den Titel erinnert, stehen gar nicht schlecht.

Ich habe im letzten Jahr einmal die Tagebücher von Edward Winslow gesucht. Das sagt Dir nichts? Mir war der Name vorher auch kein Begriff, bis ich in einem anderen Buch ein wenig über Edward Winslow gelesen habe. Winslow war einer der Siedler, die 1620 mit der Mayflower in Neuengland ankamen. Er hat über die frühen Siedlungsversuche in der Neuen Welt Tagebuch geführt. Diese Tagebücher gelten als einer der ersten authentischen “Augenzeugenberichte” der Siedler in Amerika. Das klang für mich sehr spannend, doch ich konnte nirgendwo etwas über diese Tagebücher Winslows finden.

Im Büchereule-Forum hat mir innerhalb kurzer Zeit eine “Eule” den Hinweis auf den Titel “Mourt’s Relation” gegeben, unter dem die Tagebücher noch erhältlich sind. Da hätte ich lange suchen können…

Schau’ Dir das Forum einmal an, und eventuell kannst Du ja auch eine schöne Rezension zu Deinem Lieblingsbuch beisteuern oder auf der Suche nach einem bestimmten Buch helfen. Die Eulen werden es Dir danken!

Zum Büchereule-Forum

Ostersonderverkauf bei Arvelle

Christian Ebernickel am 3. April 2010 um 00:00

Ostersonderverkauf bei Arvelle

Zum Osterfest veranstalten wir wieder einen Sonderverkauf und gewähren hohe Extra-Rabatte. Abhängig von der Anzahl der Artikel in eurem Warenkorb könnt ihr nochmals bis zu 20% sparen. Je mehr Artikel ihr einkauft, desto höher der Rabatt:

  • 5-9 Stück: 5% Rabatt
  • 10-19 Stück: 10% Rabatt
  • 20-30 Stück: 15% Rabatt
  • ab 30 Stück: 20% Rabatt

Es zählt die Gesamtzahl aller Artikel im Warenkorb – ganz egal, ob es sich um gleiche oder verschiedene Artikel handelt. Die Aktion läuft noch bis einschließlich Ostermontag, den 5. April 2010.

Zum Sonderverkauf bei Arvelle

Frohe Ostern,
Christian Ebernickel